Das Amt veröffentlichte am Montag den sogenannten Orientierungswert für Krankenhäuser. Dieser gibt in Prozent die durchschnittliche Veränderung der Krankenhauskosten pro Jahr wieder. Für das zweite Halbjahr 2012 und das erste Halbjahr 2013 beträgt der Orientierungswert 2,02 Prozent. Der Richtwert ist wichtig für die finanziellen Zuwendungen der Krankenkassen an die Kliniken. Er wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal veröffentlicht.
Bis dahin war die Ausgabensteigerung für Krankenhausleistungen durch die Einnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung gedeckelt. Der Orientierungswert sollte die tatsächliche Kostenentwicklung der Kliniken genauer abbilden. Er wird aus bereits vorhandenen statistischen Daten wie der Verdiensterhebung, der Preisentwicklung und dem Kostennachweis der Krankenhäuser errechnet.
Der Orientierungswert liegt niedriger als die kürzlich vom Bundesgesundheitsministerium bekannt gegebene Grundlohnrate von 2,81 Prozent. Für die Krankenhäuser bedeutet das, ihre Preise dürfen trotz der veränderten Gesetzeslage erneut nicht höher als die Grundlohnrate steigen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert außerdem die Methodik des Orientierungswertes. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum bemängelt: "Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Wert misst die tatsächliche Kostenentwicklung in den Krankenhäusern nicht richtig. Diese ist deutlich höher als die 2,02 Prozent, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Die tatsächlichen Kosten der Tarifabschlüsse und insbesondere die Preissteigerungen, mit denen die Krankenhäuser konfrontiert sind, sind viel höher."


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