Frisches Geld für Kredite

Lahn-Dill-Kliniken erhöhen Stammkapital

Die Lahn-Dill-Kliniken haben ihr Stammkapital um 23,8 Millionen Euro auf 40 Millionen Euro aufgestockt.

Die Gesellschafterversammlung der Klinik hat der Onlinezeitung „Mittelhessen“ zufolge den Beschluss gefasst, das Stammkapital um 23,8 Millionen Euro zu erhöhen. Dem Gremium gehört der Kreisausschuss, also die komplette Kreisregierung, mit Landrat Wolfgang Schuster (SPD) an der Spitze an. Nach Angaben von Kliniksprecherin Stefanie Mohr handele es sich bei den 23,8 Millionen Euro um Rücklagen der Klinik. Das Klinikum weist laut dem Geschäftsbericht für das Jahr 2015 ein Eigenkapital von insgesamt 56 Millionen Euro aus. Knapp 24 Millionen waren als Kassenbestand beziehungsweise Guthaben bei Banken notiert. Im vergangenen Jahr erzielten die Lahn-Dill-Kliniken einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro. Dieses Jahr rechne Geschäftsführer Richard Kreutzer mit einem Überschuss von 1,1 Millionen Euro. Das Ziel der Aufstockung des Stammkapitals ist laut Kliniksprecherin Mohr "unter anderem die Absicherung zukünftiger Investitionen". So erleichtere ein höheres Stammkapital den Zugang zu Krediten mit einem günstigeren Zinssatz, denn Banken bewerteten dann die Bonität der Lahn-Dill-Kliniken besser. Außerdem würde, so Mohr, ein höheres Stammkapital bei "möglichen, zukünftigen Kooperationen" zu einer verbesserten Verhandlungsposition führen.

 

„Gesundheitszentrum Mittelhessen“ vorerst gescheitert

Im vergangenen Jahr hatten die Lahn-Dill-Kliniken einen Klinikverbund mit sieben Krankenhäusern in Wetterau und Vogelsberg angestrebt - das "Gesundheitszentrum Mittelhessen". Dieser Verbund scheiterte aber letztlich an den Forderungen aus dem Lahn-Dill-Kreis. Kommunalpolitiker hatten gefordert, in einem Verbund müssten Vertreter aus dem Lahn-Dill-Kreis in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung das Letztentscheidungsrecht haben. Schließlich sollte der Lahn-Dill-Kreis auch die Mehrheitsanteile an der geplanten Holding haben. Allerdings geht Klinik-Geschäftsführer Kreutzer in seinem Geschäftsbericht davon aus, dass in diesem Jahr - nach der Kommunalwahl - ein "neuer Gesprächsanlauf" unternommen werden könne. Auch ein Verbund mit den kommunalen Kliniken im Hochtaunuskreis (Bad Homburg und Usingen) galt als möglich. Derzeitige Gespräche über einen neuen Anlauf beziehungsweise über einen anderen Verbund der Lahn-Dill-Kliniken sind jedoch nicht bekannt. Die Lahn-Dill-Kliniken mit ihren drei Standorten in Wetzlar, Dillenburg und Braunfels sowie rund 1.900 Mitarbeitern sind ein kommunales Klinikum. Eigentümer ist nicht ein privater Konzern, sondern der Lahn-Dill-Kreis.

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