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7,9 Millionen EuroLandkreis gleicht Defizit der Main-Kinzig-Kliniken aus

Die Main-Kinzig-Kliniken haben für das Jahr 2021 voraussichtlich ein 7,9 Millionen Defizit erwirtschaftet. Für dieses kommt der Main-Kinzig-Kreis nun auf. Bereits im Dezember letzten Jahres fasste der Kreisausschuss entsprechende Beschlüsse.

 

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Grecaud Paul/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das von den Main-Kinzig-Kliniken 2021 erwirtschaftete Minus von voraussichtlich 7,9 Millionen Euro finanziert der Main-Kinzig-Kreis als Träger gegen. Laut Landrat Thorsten Stolz, Aufsichtsratsvorsitzender der Main-Kinzig-Kliniken, sei dies ein klares Signal des Landkreises an die Kliniken, über 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an die Bürgerinnen und Bürger im Versorgungsgebiet. Gerade in schwierigen Zeiten stehe man uneingeschränkt hinter den kreiseigenen Kliniken, doch müsse sich Grundlegendes in der Krankenhausfinanzierung ändern.

Bereits unterjährig hatten die Main-Kinzig-Kliniken durch den Träger Main-Kinzig-Kreis einen drei Millionen-Zuschuss erhalten. Jetzt wurden weitere 4,9 Millionen Euro beschlossen, um das Defizit der Kliniken auszugleichen.

Pandemie hebt Schwächen in Klinikfinanzierung hervor

Gerade die Corona-Pandemie hätte die Mängel in der deutschen Krankenhausfinanzierung aufgezeigt. Vorhaltekosten bestimmter Leistungen, ganz gleich ob sie erbracht worden sind oder nicht, seien schon vor dem Ausbruch von SARS-CoV-2 höher gewesen als die Ausgleichszahlungen. Laut Stolz habe sich dieser Fehler im System in den vergangenen Monaten noch viel eklatanter gezeigt, weil in den Krankenhäusern seit Februar 2020 nicht mehr im Normalmodus gearbeitet wurde.

Das vergangene Geschäftsjahr sei von der Corona-Pandemie und einem daraus folgenden Rückgang der stationären und ambulanten Patienten an den Main-Kinzig-Kliniken geprägt gewesen. Ein Krankenhaus erhält pro Patientin oder Patient eine Vergütung, mit der etwa 85 Prozent der Kosten in der personellen Vorhaltung und der Infrastruktur zu finanzieren sind.

Im Jahr 2020 hätte der Rettungsschirm des Bundes die Vorhalteaufwendungen der Klinik noch gedeckt. Für das vergangene Jahr gäbe es stattdessen den Ganzjahresausgleich, der die Basisfinanzierung absenkt. Laut Stolz ginge ein ganz wesentlicher Teil des Jahresfehlbetrags von 7,9 Millionen Euro alleine bei den Main-Kinzig-Kliniken auf die zu geringe Finanzausstattung durch den Bund und das Land Hessen zurück. Zumindest die Vorhaltekosten müssten auch für 2022 wieder vollumfänglich mit Hilfen seitens des Bundes und des Landes gedeckt werden.

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