Verluste

Mainzer Unimedizin rutscht noch tiefer ins Minus

Die Universitätsmedizin Mainz ist im vergangenen Jahr voraussichtlich noch tiefer in die Verluste gerutscht. Erwartet werde ein Defizit von mehr als 30 Millionen Euro, teilte sie am Freitag in Mainz mit. Ein endgültiges Ergebnis liege noch nicht vor.

Foto:Markus Schmidt

Haupteingang der Uniklinik Mainz

2016 hatte das Defizit bei 26,1 Millionen Euro gelegen. Grund für das noch schlechtere Ergebnis seien die Personalkosten. Sie seien vor allem wegen Tarifsteigerungen 2017 im Vergleich zum Jahr davor um 24,5 auf 426,9 Millionen Euro geklettert. Zudem sei die Zahl der Beschäftigten 2017 auf 5728 im Jahresdurchschnitt gestiegen (2016: 5648). Zuvor hatten die Mainzer «Allgemeine Zeitung» und weitere Medien über die Zahlen berichtet.

Die Zahl der behandelten Patienten ging laut Unimedizin indes nach oben. Stationär waren es rund 68 900 und damit etwa 800 mehr als im Jahr davor, auch ambulant wurde ein Patientenplus gezählt. Daher seien auch die Erlöse aus Krankenhausleistungen angestiegen.

Freiwerdende Stellen zeitverzögert wiederbesetzen

Angesichts des Defizits will die Unimedizin nun zum Beispiel freiwerdende Stellen teilweise zeitverzögert wiederbesetzen. Zudem sollen 80 Vollzeitkräfte abgebaut werden, vor allem im «patientenfernen Bereich». Betriebsbedingte Kündigungen seien aber ausgeschlossen.

Zudem will die Unimedizin Verwaltungsvorgänge überprüfen, Sachkosten senken und die Abrechnung erbrachter Leistungen beschleunigen. Große logistische Herausforderungen verursachten die weiten Wege auf dem dezentral angelegten Standort. Das lasse sich nur langfristig mit baulichen Veränderungen lösen.

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