Die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig, Stadtkämmerer Uwe Becker sowie der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax, stellten nach knapp einjährigen und sehr schwierigen Verhandlungen Details der Fusion vor. Mit dem Zusammenschluss entsteht einer der größten kommunalen Klinikverbünde in Hessen.
In den neuen gemeinnützige Klinikverbund bringen beide Gesellschafter ihre Grundstücke und Immobilien sowie ihre Krankenhausbetriebe mit den Tochtergesellschaften ein. Die drei Standorte in Höchst, Bad Soden und Hofheim seien gesichert, hieß es seitens der Gesellschafter. Auch das medizinische Angebot bleibe bestehen, Abteilungen würden nicht geschlossen. Geplant ist vielmehr der Ausbau bestimmter Abteilungen zu medizinischen Schwerpunktbereichen.
Gesellschafter tragen Altschulden und Verluste bis 2021
Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nehmen die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis zur Sanierung der defizitären Häuser enorme Summen in die Hand. Wie das Blatt berichtet, würden Stadt und Kreis "bis zum Jahr 2021 die betriebswirtschaftlichen Verluste ihrer Häuser, die aufgelaufenen Schulden und noch notwendige Investitionen übernehmen". Darüber hinaus habe sich die Stadt Frankfurt verpflichtet, fast 290 Millionen Euro in den beschlossenen Neubau des Klinikums Höchst und die Instandsetzung der zurzeit genutzten Gebäude zu investieren. Die gesamte finanzielle Belastung des Kreises betrage 106 Millionen Euro.
Keine betriebsbedingten Kündigungen
Neben den erheblichen finanziellen Vorleistungen für Stadt Frankfurt und den Main-Taunus-Kreis kommen auch auf die Mitarbeiter schmerzhafte Einschnitte zu. Insgesamt 110 Stellen sollen abgebaut werden- sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen, wie es heißt. Ab 20121 soll der neue Verbund mit 3600 Mitarbeiter und 1500 Betten finanziell endgültig auf eigenen Beinen stehen. Für die gemeinsame Dachgesellschaft sind zwei Geschäftsführer geplant, die die Häuser gemeinsam leiten sollen.
Von Seiten der Gesellschafter ist man mit der erzielten Einigung zufrieden. "Als Einrichtung der Maximalversorgung ist das Klinikum Frankfurt Höchst für den Frankfurter Westen und die Region unerlässlich. Nur durch die Kooperation mit den Kliniken des Main-Taunus-Kreises kann diese Versorgungssicherheit langfristig zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen aufrechterhalten werden", sagte Frankfurts Stadtkämmerer Uwe Becker. Für Landrat Michael Cyriax gab es keine ohnehin keine Alternative zur jetzt gefunden Lösung. " Unsere Kliniken in der bisherigen Struktur sind trotz kompetenter Geschäftsführungen Sanierungsfälle. Der regionale Wettbewerb der Krankenhäuser und die Kostendämpfung im Gesundheitswesen zwingen uns zum Handeln, wenn wir sie als kommunale, wohnortnahe Krankenhäuser sichern wollen."




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