Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

CharitéNeue Kinderklinik hätte Platz auf Virchow-Campus

Eine neue Kinderklinik in Berlin könnte beim Virchow-Klinikum der Charité entstehen. Gesundheitssenatorin Gote begrüßt zwar neue Betten, mehr Personal bringe dies aber nicht.

Charité Campus Virchow-Klinikum
Charité
Auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum gäbe es Platz für eine neue Kinderklinik.

Die von der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) in Aussicht gestellte neue Kinderklinik könnte auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum im Stadtteil Wedding entstehen. Dort gebe es ein Baufeld zu erschließen, teilte ein Sprecher der Charité am 8. Dezember mit. Zudem ergebe sich dort die Möglichkeit zur Zusammenarbeit zwischen der Kindermedizin und der Erwachsenenmedizin.

Giffey hatte am Tag zuvor angesichts überfüllter Kinderstationen gesagt, längerfristig seien für die Versorgung von Kindern weitere Maßnahmen geplant. Charité-Vorstandschef Prof. Dr. Heyo Kroemer habe ihr bei einem Gespräch ein entsprechendes Konzeptpapier zukommen lassen, so Giffey. Bis zur Fertigstellung eines Neubaus dürften allerdings Jahre vergehen.

Durch die Spezialisierung der Kindermedizin an der Charité brauche es mehr Räume für Sprechstunden und Isolationen sowie speziell Ausstattungen, teilte der Charité-Sprecher weiter mit. „Um moderne Therapien zu ermöglichen und die Arbeitsplätze in diesem Zukunftsbereich attraktiv zu gestalten, muss die Infrastruktur auf dem neuesten Stand sein.“ Dafür brauche es eine neue Kinderklinik. Zudem seien in den vergangenen Jahren viele junge Familien mit Kindern in die Hauptstadt gezogen. „Die Behandlungskapazitäten haben damit nicht standgehalten und das vorhandene Personal ist starken Belastungen ausgesetzt.“

Dieses Problem wird nach Ansicht von Gesundheitssenatorin Ulrike Gote auch ein Neubau nicht lösen. „Eine neue Kinderklinik ist sehr wichtig für Berlin“, teilte die Grünen-Politikerin mit. „Sie bringt mehr Betten, aber nicht mehr Personal. In der akuten Krisensituation brauchen die Krankenhäuser vor allem Personal.“

Rund 12 Prozent der Betten in Berlin derzeit gesperrt

Rund jedes achte Krankenhausbett in der allgemeinen Kindermedizin in Berlin ist derzeit nicht in Betrieb. Das geht aus Ergebnissen einer Abfrage der Senatsverwaltung Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung an Kinderkliniken hervor (Stand: 8.12.2022), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Für die allgemeine kinderärztliche Versorgung stehen demnach insgesamt 427 Betten an neun Krankenhausstandorten zur Verfügung. Davon seien rund 12 Prozent derzeit gesperrt. Als Gründe wurden fehlendes Personal und die Isolierung ansteckender Patienten angegeben. Ähnlich fällt der Anteil gesperrter Betten laut der Abfrage bei der Versorgung Neugeborener aus: Von den insgesamt 213 Betten in dem Bereich würden 13 Prozent nicht betrieben.

Daneben gibt es in Berlin weitere 173 betriebene Krankenhausbetten der Kinderkardiologie und -herzchirurgie, der Kinderorthopädie, der Kinderchirurgie und der Kinder-Stammzelltransplantation, wie es weiter hieß. Ob in diesen Fachbereichen Betten ungenutzt bleiben müssen, ging aus den Angaben nicht hervor.

Zu Wochenbeginn war noch unklar gewesen, wie viele Betten an Berlins Kinderkliniken aktuell ordnungsbehördlich genehmigt sind und wie viele davon auch belegt werden können.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen