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Uniklinikum Schleswig-HolsteinPrivates Konsortium erhält Zuschlag für Modernisierung

Die Sanierung und Erneuerung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) kann beginnen. In Kiel wurde am Dienstag der Vertrag mit dem privaten Bieterkonsortium BAM/Vamed unterzeichnet, das im Bieterfahren den Zuschlag erhalten hatte. Baubeginn an den Standorten Kiel und Lübeck soll im kommenden Jahr sein.

Das private Konsortium besteht aus dem Bauunternehmen BAM PPP Deutschland, einer Tochtergesellschaft der niederländischen Royal BAM Group sowie der österreichischen Vamed AG, die sich auf die Errichtung, Erneuerung und Betrieb der Infrastruktur von Krankenhäusern spezialisiert hat. Das Projekt wird in öffentlich-privater Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum umgesetzt. Die Kosten für Planung, Neubau und Sanierung von Immobilien des UKSH betragen rund 520 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt weist über eine Vertragslaufzeit von 30 Jahren ein Vertragsvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro aus und beinhaltet den anschließenden Betrieb und die laufende Instandsetzung der Immobilien. Dem privaten Partner werden dabei Planung, Bau und Betrieb der Immobilie übertragen, Eigentümer bleibt aber das Land Schleswig-Holstein. Das Klinikum sieht in diesem Verfahren einen Vorteil, "weil es einen zentralen und verantwortlichen Partner für Planung und sämtliche Bauten gibt", wie das Haus mitteilte.

Refinanzierung durch bessere Effizienz
Finanziert wird das Projekt zu 75 Prozent vom UKSH, der private Anteil des Bieters liegt bei 25 Prozent. Das Land ist nicht direkt, sondern nur mittelbar – über eine sogenannte Gewährträgerhaftung – in die Finanzierung einbezogen. Die hohen Kosten sollen durch bessere Effizienz in den sanierten Gebäuden, verbesserte Betriebsabläufe und durch wachsende Einnahmen infolge höherer Patientenzahlen refinanziert werden. Das Universitätsklinikum ist mit 80 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Kiel und Lübeck der einzige Maximalversorger des Bundeslandes. Es verfügt über insgesamt 2400 Betten und beschäftigt rund 12.500 Mitarbeiter.

Stärkere Zentralisierung
Mit dem Bauprojekt wird die Bausubstanz des UKSH, die teilweise rund 100 Jahren alt ist, umfassend saniert und durch moderne Gebäude ergänzt. Bislang gibt es Kliniken wie die Augenklinik und die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik in Lübeck, die in Lazarettbaracken von 1936 untergebracht sind. Auch in Kiel befindet sich die Innere Medizin in einem Marinelazarett, das vor dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Selbst das relativ neue Zentralklinikum in Lübeck wurde in den 80er-Jahren errichtet. Ein Großteil der Gebäude kann damit nicht mehr unter klinischen und wirtschaftlichen Aspekten betrieben werden und muss umfangreich saniert werden.

Mit dem jetzt eingeleiteten Vorhaben werden künftig viele klinische Bereiche stärker zentralisiert. So sollen beispielsweise bestehende Pavillons in zentrale Bauten überführt werden. In Lübeck erfolgt der Endausbau des Zentralklinikums und in Kiel soll ein zentraler Komplex auf dem sogenannten Roten Platz entstehen, in den auch Bestandsbauten eingebunden werden. Durch die mit dem Zentralisierungskonzept verbundene Stilllegung von sanierungsbedürftigen Gebäuden entfallen die von Jahr zu Jahr steigenden Sanierungskosten. Neben dem Neubau sind auch umfangreiche Umbauten, Sanierungen und Renovierung Bestandteil des Immobilienprojektes.

Masterplan für Sanierung
Nach einem 2008 erstellten Masterplan für die Sanierung des UKSH hatte der Landtag des Bundeslandes Schleswig-Holstein im Jahr 2011 die Einleitung eines Markterkundungsverfahrens und die Suche nach einem privaten Partner beschlossen. Nach einer Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Bieterangebote sprach sich der Aufsichtsrat des Uniklinikums schließlich für das jetzige Konsortium als Partner aus. Für das Klinikum ist das Großprojekt ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Hauses. "Die Verwirklichung des baulichen Masterplans sichert die Krankenversorgung der Menschen in Schleswig-Holstein für die kommenden Dekaden und stärkt die Innovationskraft von Forschung und Lehre", sagte UKSH-Vorstandsvorsitzender Jens Scholz anlässlich der Vertragsunterzeichnung. 

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