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Klinikum BayreuthRazzia auf der Babystation

Das Klinikum Bayreuth gerät immer tiefer in die Negativschlagzeilen. Erst berichtet der "Spiegel" über massive Missstände im Haus, dann beschlagnahmt die Staatsanwaltschaft bei einer Razzia Behandlungsunterlagen von Patienten. Auslöser dafür sind massive Vorwürfe wegen vermeintlich schwerer Behandlungsfehler bei Neugeborenen. Eine fast achtstündige Sondersitzung des Aufsichstrates blieb gestern ohne Ergebnis.

Auslöser der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist eine anonyme Anzeige. Nach Angaben der Bayreuther Staatsanwaltschaft soll es laut dieser Anzeige in den Jahren 2008 bis 2011 in vier Fällen zu Fehlern bei der Behandlung von Neugeborenen gekommen sein. In einem Fall soll ein neugeborenes Kind infolge der Fehlbehandlung sogar gestorben sein; in den anderen Fällen sollen die Neugeborenen "schwerwiegende Dauerschäden" davongetragen haben. Ein Sachverständiger soll nun die sichergestellten Unterlagen auswerten. Zu weiteren Details der Ermittlungen wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äüßern.

"Spiegel" erhebt schwere Vorwürfe
Zu Wochenberginn hatte bereits das Nachrichtenmagazin "Spiegel" in einer groß aufgemachten Geschichte über erhebliche Missstände im Klinikum Bayreuth berichtet und dabei vor allem den Klinik-Geschäftsführer Roland Ranftl scharf kritisiert. Laut Magazin leide die medizinische Qualität des Hauses stark unter dem profitorientierten Kurs des Klinik-Chefs. Ärzte und Pfleger seien häufig völlig überlastet und hätten intern wiederholt vor der steigenden Gefahr von Behandlungsfehlern gewarnt.

Sondersitzung des Aufsichtsrates
Aufgrund der Berichterstattung und der Polizeirazzia kam es am Mittwoch zu einer mehr als siebenstündigen Sondersitzung des Aufsichtsrates. An der Sitzung nahmen neben der Geschäftsführung auch der ärztliche Direktor, betroffene Chefärzte, die Pflegedienstleitung sowie Vertreter des Betriebsrats teil. Während der Sitzung mussten die verantwortlichen Chefärzte detailliert zu den Vorwürfen Stellung nehmen, konkrete Beschlüsse gab es jedoch nicht. Am kommenden Dienstag (12. August) soll auf einer weiteren Sitzung des Aufsichtsrates auch über personelle Konsequenzen entschieden werden.

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