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Schmidtke zieht Bilanz„Regiomed ist keine One-Man-Show“

Seit einem Jahr ist Alexander Schmidtke Hauptgeschäftsführer der Klinikgruppe Regiomed. Dies gab ihm den Anlass zu einer ersten Bilanz. Schwerpunkte waren die Wirtschaftlichkeit und die Medizinstrategie des Verbundes.

Alexander Schmidtke
Regiomed

Alexander Schmidtke, Hauptgeschäftsführer von Regiomed.

Als er im Juni 2019 bei Regiomed angetreten sei, habe sich der Verbund zwischen einer Liquiditätskrise und der Insolvenz bewegt, erklärte Schmidtke zu Beginn der Pressekonferenz. Damit bezog er sich auf das 3-stufige Krisenmodell aus strategischer Krise, Ertragskrise und Liquiditätskrise. Auch für ihn als erfahrenen Krisenmanager habe das eine große Herausforderung dargestellt. Hinzu kamen die individuellen Besonderheiten des Verbundes, der sich als überaus komplex erwiesen habe.

Mit Blick auf den Jahresabschluss 2019 zeigte sich der Regiomed-Hauptgeschäftsführer zufrieden. Dieser habe sich mit einem Verlust von 9,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert und liege weit unter den Prognosen für 2019. Nach Bereinigung der Zahlen könne man von einem Verbesserungspotenzial von 10 Millionen Euro sprechen. Auch habe es 2019 einen positiven Cashflow gegeben, der Verbund habe sich selbstständig eine gewisse Liquidität erwirtschaftet und Rückstellungen aufgebaut.

Wachstumsmarkt Altersmedizin und Altenhilfe

Hinsichtlich der Jahresbilanz verwies Schmidtke zudem auf die Wichtigkeit eines effektiven Sanierungscontrollings. Im vergangenen Jahr habe es eine deutliche Reduktion der Verweildauern und in der Folge mehr Fälle gegeben; auch der Einsatz von Honorarkräften sei auf ein Minimum heruntergefahren worden. Darüber hinaus habe Rregiomed einen besonderen Fokus auf strategische Kooperationen, insbesondere mit den niedergelassenen Ärzten, gelegt.

Einen Blick warf Schmidtke auch auf die Medizinstrategie des Verbundes. Bisher fehlte es an einem übergeordneten, nachhaltigen Medizinkonzept.  „Man hat in der Vergangenheit zu sehr auf die Standorte geschaut“, gab er zu bedenken. Man müsse stärker bedarfsorientiert vorgehen und vorausschauend planen. Als Stichwort nannte er hier den Wachstumsmarkt Altersmedizin und Altenhilfe sowie den ambulanten Bereich. „Der Zentrumsgedanke ist langfristig der einzige Gedanke, der für Regiomed zukunftsfähig ist.“

Transparenz schaffen und Unternehmenskultur stärken

Zuletzt betonte Schmidtke noch einmal die Wichtigkeit von Transparenz – nicht nur während des Sanierungsprozesses. „Wir haben nichts zu verheimlichen“, machte er deutlich und fügte hinzu, dass Regiomed insgesamt auf einem guten Weg sei. Dabei betonte er auch die Wichtigkeit eines guten und motivierten Teams: „Regiomed ist keine One-Man-Show – das können wir nur gemeinsam schaffen.“

In diesem Zusammenhang bemerkte Schmidtke außerdem, dass es bei dem Verbund bisher an einem Integrationsprozess der Unternehmen gefehlt habe. Dies müsse jetzt nachgeholt werden. „Unser Ziel sollte ein einheitliches Leitbild mit gemeinsamen Werten und einem roten Faden für unsere Unternehmenskultur sein, um so letztendlich zu einem Wir-Gefühl zu gelangen.“ Auch habe es durch die vielen Wechsel in der Hauptgeschäftsführung in der Vergangenheit keine einheitliche und nachhaltige Unternehmensentwicklung gegeben.

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