Bisher war die Uni-Klinik Freiburg mit öffentlichen Aussagen zurückhaltend. Drei Prozent wolle man im Bereich Pflege kürzen – dem aktuellsten Jahresbericht zufolge entspräche das 87 von 2.900 angestellten Pflegern und Krankenschwestern auf 1.800 Vollzeitstellen. Kräftig gestrichen wird nach Angaben des Personalrats auch bei den Ärzten. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Kaufmännische Direktor Reinhold Keil profitiert, wenn die Klinik einen Überschuss erzielt: Sein Vertrag sieht in diesem Fall Bonuszahlungen vor, berichtet die "Badische Zeitung" (BZ).
Befristete Verträge sollen nicht verlängert werden
Laut "BZ" plant der Klinikvorstand noch umfassendere Kürzungen: "Der Wirtschaftsplan fürs laufende Jahr, der nicht öffentlich ist, verlangt von Pflegedirektorin Beate Buchstor, in ihrem Personaletat zusätzlich auch noch die zu erwartenden Lohnsteigerungen aufzufangen. Sie müsste, optimistisch geschätzt, noch einmal zwei Prozent ihres Personalbudgets einsparen". Der Personalrat hat inzwischen die konkreten Einsparanweisungen zusammengetragen, die das Büro der Pflegedirektorin an die einzelnen Stationen geschickt hat: Danach wären 100 Pflegekräfte betroffen, deren befristete Verträge nicht verlängert oder die versetzt werden sollen, so die "BZ". Der Wirtschaftsplan sei lediglich ein "theoretisches Konstrukt", sagen Reinhold Keil und der Ärztliche Direktor Rüdiger Siewert. Trotzdem führe an dessen Ziel einer dreiprozentigen Rendite – das würde einen Überschuss von mehr als 15 Millionen Euro bedeuten – kein Weg vorbei. Weil höhere Einnahmen nicht zu erwarten seien, müsse gespart werden, um Fehlentwicklungen in der Krankenhausfinanzierung auszugleichen.
Rotstift auch bei Ärzten
Der Rotstift soll auch bei den Ärzten angesetzt werden: Mit einer Einsparung von 8,5 Millionen Euro, das entspricht 79 Facharztstellen, rechnen die Arbeitnehmervertreter. Der Vorstand erklärte, jede Abteilung sei selbst dafür zuständig, wie sie das Geld einspare. Festgelegt sei allein eine Kürzung von drei Prozent für das gesamte Budget jeder einzelnen Klinik. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hat die Sparpläne laut "BZ" abgesegnet – ebenso wie die Boni-Regelung Keils. Das Haushaltsvolumen der Uniklinik betrug laut Jahresbericht 2011 rund 570 Millionen Euro, davon 364 Millionen Euro fürs Personal - 111 Millionen Euro für den Pflegedienst. Die Uniklinik hat mehr als 8.000 Beschäftigte.


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