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Rhön-Klinikum AGSelbstkritischer Blick auf das UKGM

Martin Menger, Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG, räumt Fehler des Konzerns im Management der Uniklinik Gießen-Marburg ein. "Ein großes Defizit war zum Beispiel, dass wir keine Konstanz in der Geschäftsleitung hinbekommen haben", sagt er im Interview mit der "Welt am Sonntag".

Wiederholte Führungskräftewechsel seien in einer Krise nicht geeignet, das Vertrauen der Belegschaft zu stärken, meint der Rhön-Manager. "Außerdem müssen wir uns auch Fehler in der Kommunikation eingestehen: Die Tatsache, dass unser Szenario von 500 abzubauenden Stellen in die Öffentlichkeit geraten ist, hat verständlicherweise viel Porzellan zerschlagen. Das hätte nicht passieren dürfen – zumal es sich ja wirklich nur um ein Szenario handelte", so Menger gegenüber der "Welt am Sonntag".

Rhön will bei den Sachkosten und der Verwaltung sparen
Im UKGM berät zurzeit McKinsey. Das Beratungsunternehmen hat festgestellt, dass die Uniklinik ihre Produktivität in den nächsten zwei Jahren um fünf Prozent steigern muss. "Die Produktivität können wir spürbar steigern, ohne dass dies zu einer größeren Belastung des einzelnen Mitarbeiters führt. Erhebliche Einsparungen planen wir zum Beispiel im Sachkostenbereich. Zudem sollen die Verwaltungsstrukturen zentralisiert werden. Dies wird aus heutiger Sicht eine spätere Anpassung von rund 70 Vollzeitkräften nach sich ziehen", sagt Menger. Das Restrukturierungskonzept umfasst ein Volumen von etwa 30 Millionen Euro für die nächsten 24 Monate.

Das Land soll sich an Investitionen beteiligen
Aber auch das Land müsse einen Beitrag leisten, meint Menger gegenüber der "Welt am Sonntag". Dazu zählt vor allem "die systemgerechte Finanzierung der Gebäudeinvestitionen", mit der das Unternehmen von der Abschreibung entlastet würde. "Diesen Vorschlag werden wir der hessischen Politik unterbreiten. Auf diese Weise würden wir übrigens lediglich mit anderen Unikliniken gleichgestellt. Wir haben eine Eigeninvestitionsquote von 90 Prozent, andere Unikliniken von unter 20 Prozent – den Rest finanziert dort der Staat", sagt der Rhön-Manager.

Auf die Frage, ob es beim Kauf nicht absehbar gewesen sei, dass ein Universitätsklinikum auch in privater Hand massive Investitionen des Staates benötige, antwortet Menger: "Sie übersehen, dass sich im Vergleich zu Jahr 2005 die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen massiv geändert haben. Durch die Fallpauschalen wurden die Erlöse gedeckelt. Zudem haben die Tarife, gerade bei Ärzten, so stark zugelegt, dass die Personalkosten, die 70 Prozent eines Klinik-Betriebs ausmachen, um bis zu 40 Prozent gestiegen sind. Wir haben damals viele Szenarien entwickelt, aber wer kann schon alles vorhersehen?"

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