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Mordfälle in OldenburgStaatsanwaltschaft ermittelt gegen acht weitere Klinikmitarbeiter

Im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen ehemaligen Krankenpfleger ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen acht weitere Klinikmitarbeiter - wegen des Verdachts auf Totschlag durch Unterlassen.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Mittlerweile untersucht die Polizei den Tod von mehr als 200 Patienten. Der 37-Jährige Angeklagte muss sich seit September am Landgericht Oldenburg wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Patienten im Klinikum Delmenhorst eine Überdosis eines Herzmedikaments gespritzt zu haben, um sie danach wiederbeleben zu können. Später soll sein Motiv auch Langeweile gewesen sein. In einem ersten Prozess hatten die Richter ihn 2008 wegen Mordversuchs zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Unter den acht Verdächtigen ist auch der pflegerische Stationsleiter in Delmenhorst. Er sollte am Dienstag vor Gericht aussagen und erfuhr erst vom Richter von den Ermittlungen, berichtet der "Spiegel". Der 57-Jährige verzichtete daraufhin auf eine Aussage. Auch in Oldenburg, wo der Angeklagte von 1999 bis 2002 arbeitete, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter. Sie könnten demnach geahnt haben, dass der Mann für den Tod von Patienten verantwortlich war und den Verdacht nicht gemeldet haben.

Dass die Verantwortlichen vom gestiegenen Verbrauch des Herzmedikaments wussten, legt eine Dokumentation des Klinikums Oldenburg nahe. Dort hatte das Delmenhorster Krankenhaus seine Medikamente bestellt. Nach Angaben der Oldenburger Klinikleitung informierte die Apotheke die Delmenhorster damals über die größeren Liefermengen, berichtet der "Spiegel".

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