Interview mit Rüdiger Strehl
Sie wollten eigentlich kürzer treten. Sogar Ihren Posten als VUD-Generalsekretär übergeben Sie demnächst an Ralf Heyder ...
Ich bin im UK Ulm eingesprungen, weil wir ehemalige Nachbarn sind und wir uns gut kennen. Die Ulmer sind von dem Weggang von Rainer Schoppik ins Hamburger UKE völlig überrascht worden. Es ist ganz klar eine Übergangslösung. Die Personaldienstleister sind bereits mit der Suche nach einem neuen kaufmännischen Direktor beauftragt.
Ist es schwierig, Nachwuchs für eine solche Position zu finden? Im UKE ist kürzlich der 62-jährige Martin Zeitz auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden gerückt, an der Frankfurter Uniklinik vor knapp zwei Jahren Jürgen Schölmerich mit 63 Jahren.
Mein Einspringen ist nicht Ausdruck dafür, dass es schwierig ist, Nachwuchs zu finden. Innerhalb eines halben oder dreiviertel Jahres ist es durchaus möglich jemanden zu finden. Es gibt auch unter den Jüngeren geeignete Leute. Man muss sie nur kennen und ihnen vertrauen. Am UK Göttingen, wo ich Vorsitzender des Aufsichtsratsgremiums bin, haben wir 2012 und 2011 in kurzer Zeit überdurchschnittlich gute Leute verpflichten können.
Welche Voraussetzungen braucht ein Kandidat für die Position des Kaufmännischen Direktors an einer Uniklinik?
Er muss Erfahrungen im Kernbereich Finanzen besitzen und einige Jahre in einem weiteren administrativen Ressort wie Bau, Einkauf oder Personal gearbeitet haben. Außerdem muss der Kandidat wissen, wie Lehre und Forschung in der Medizin organisiert sind und wie ein Länderministerium tickt. Wer auch mal eine eklige Aufgabe übernimmt, ohne daran zu verzweifeln, ist besonders prädestiniert. Diese Leute gibt es. Ich führe seit 30 Jahren ein Notizbuch, in dem ich mir immer die Namen von guten Kräften notiere, die ich getroffen habe.


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