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ZweibrückenStreit um Zukunft des Evangelischen Krankenhauses

Dem defizitären Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken (EvK) droht offenbar die Schließung. Während zuletzt mehrere Hundert Menschen für den Erhalt des EvK demonstriert hatten, erklärte der Zweibrücker Dekan Peter Butz im SWR, unter anderem im Umgang mit den Mitarbeitern seien "schreckliche Fehler gemacht" worden.

Träger des EvK ist der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz (LVIM), in dem Butz laut "SWR" selbst Mitglied ist. Auch er habe Entscheidungen mitgetragen, die er heute für falsch halte, sagte der Dekan dem Sender. Zu den größten Fehlern zähle, dass die Aufsichtsgremien den EvK-Vorstand nicht effektiv kontrolliert hätten. Die rund 400 Beschäftigten des Krankenhauses hatten erst aus der Presse von der Schließungsmöglichkeit erfahren.

Der LVIM spricht hinter den Kulissen mit potenziellen Investoren und dem Nardini-Klinikum, dem zweiten Krankenhaus in Zweibrücken, über die Zukunft des Hauses. Dabei sei strenge Vertraulichkeit nötig, hieß es. Der Landesverein und das Nardini-Klinikum haben eine Arbeitsgruppe zur Neuausrichtung der Krankenhausversorgung in Zweibrücken gebildet, an der sich auch das Gesundheitsministerium des Landes beteiligt. Laut LVIM soll am Standort Zweibrücken eine regionale Konzentration im Bereich der Krankenhaus-Grundversorgung herbeigeführt werden. Das schaffe auch die Grundlage für eine Verbundlösung der anderen Einrichtungen des LVIM mit den Diakonissen Speyer-Mannheim.

Ernsthafte Gespräche zugesagt
Zunächst führe der LVIM das EvK jedoch noch in Eigenregie fort. Gleichzeitig seien Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds zur Finanzierung einer Konzentration der stationären Krankenhaus-Grundversorgung in Zweibrücken beantragt worden. Eine zwischen EvK und Nardini-Klinikum angestrebte gemeinsame Lösung solle sich auf den Teilbereich der Inneren Medizin konzentrieren. Das Gesundheitsministerium des Landes habe hierfür einen Betrag in Höhe von acht Millionen Euro in Aussicht gestellt. Parallel habe der LVIM Gespräche mit möglichen Investoren vorbereitet, "um alternative Fortführungsoptionen zu sondieren", heißt es in einer LVIM-Erklärung. Christian Schad, Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, sagte der "Saarbrücker Zeitung", es seien interessierte Investoren vorhanden, und sie hätten auch ernsthafte Gespräche zugesagt.

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