Im Waldklinikum Gera etwa sei die Zahl der Notfallpatienten um vier Prozent pro Jahr gestiegen, berichtete der MDR Thüringen. Im Klinikum Meiningen würden jährlich etwa 2.000 Patienten mehr versorgt. Auch das Universitätsklinikum Jena sprach von einem Anstieg. Die Kliniken sehen bei dieser Entwicklung einen Zusammenhang mit den Öffnungszeiten der Praxen niedergelassener Ärzte. In Urlaubszeiten der niedergelassenen Ärzte stiegen zum Beispiel die Patientenzahlen in den Notfallabteilungen. Berufstätige Patienten scheuten zudem oftmals Arztbesuche während der Woche und gingen deshalb in die Ambulanzen. Die Patienten nutzten den Vorzug, dass in Krankenhäusern diagnostische Einrichtungen wie Labor oder Röntgengeräte unter einem Dach zu finden seien. Auch die Wartezeiten seien kürzer als in Arztpraxen. Von einem Missbrauch der für medizinische Notfälle vorgesehenen Ambulanzen wollten die Kliniken aber nicht sprechen.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen sagte dem MDR, für den Zusammenhang zwischen den Ambulanz-Besuchen und der ärztlichen Versorgung gebe es bisher keine objektiven Zahlen. Die KV hatte beim Umbau des Bereitschaftsdienstes für Praxisärzte landesweit mehr als 20 Notdienstzentralen eingerichtet, die sich ebenso wie die Notfallambulanzen an den Krankenhäusern befinden. Bezahlt werden Kliniken für die Notfallversorgung von den KVs. Fast alle Häuser beklagen die schlechte Bezahlung der KVs für Notafallversorgung - häufig kommt es zu juristischen Auseinandersetzungen.


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