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95 ToteUKE befürchtet zweite Corona-Welle

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sieht eine zweite Corona-Welle auf Deutschland zukommen, macht sich aber dennoch für Lockerungen der Auflagen stark. Bürgermeister Tschentscher appelliert an die Bürger, die Maskenpflicht ernst zu nehmen.

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
UKE

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) rechnet mit einer zweiten Corona-Infektionswelle Ende des Sommers. «Ich befürchte, dass wir tatsächlich vor einer zweiten Welle stehen, die spätestens (...) im August, vielleicht auch erst Ende August (...) aufbrechen könnte», sagte UKE-Vorstandschef Prof. Burkhard Göke am Mittwoch in Hamburg. Und auch für den Herbst zeigte er sich mit Blick auf die dann einsetzende Influenzawelle besorgt.

Die Vorstellung, dass sich die Influenza A-Infektion, die an sich sehr belastend und gefährlich sein könne, sich dann auch noch paare mit einer Covid-Infektion, bereite ihm Kopfzerbrechen, sagte der ärztliche Direktor des UKE. Mit Blick auf die intensivmedizinische Betreuung betonte er, derzeit gebe es keine Überforderung der Kapazitäten. «Für den Herbst sind wir unsicher.»

Bei 95 Todesfällen Covid-19 als Todesursache

Die Zahl der positiv auf das neue Sars-Cov-2-Virus getesteten Hamburgerinnen und Hamburger stieg unterdessen seit Dienstag um 48 auf 4449. Insgesamt befinden sich nach Behördenangaben 212 wegen Covid-19 im Krankenhaus, davon 67 auf Intensivstationen. Das waren acht beziehungsweise ein Patient weniger als am Dienstag.

Bei 95 in Hamburg Gestorbenen stellte das Institut für Rechtsmedizin bisher Covid-19 als Todesursache fest, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das waren elf Tote mehr als am Vortag. Das Robert Koch-Institut (RKI) zählte bisher nur 91 Corona-Tote in Hamburg. Die RKI-Zahl beinhaltet alle Fälle, bei denen mit dem Virus infizierte Menschen starben. Deshalb lag die Zahl bisher immer über der der Hamburger Rechtsmediziner, die nur Fälle auflisten, in denen Covid-19 tatsächlich auch Todesursache war.

Der Rechtsmediziner Klaus Püschel betonte, alle gestorbenen Patienten hätten Vorerkrankungen gehabt. Nach seiner Einschätzung wird sich die Zahl der Todesfälle in Hamburg in dieser Woche vorübergehend erhöhen und dann wieder sinken. Die Hochphase der neuen Infektionen und der Krankenhausbehandlung sei vor etwa zwei, drei Wochen gewesen - und der Gipfel bei der Zahl der Toten komme später als der Gipfel der Neuinfektionen und der Gipfel der Krankenhausbehandlungen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Tragen von Schutzmasken aufgerufen

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) rief in einer Regierungserklärung in der Bürgerschaft die Menschen zum Tragen von Schutzmasken auf. «Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, sich auf das Tragen solcher Gesichtsmasken vorzubereiten und diese sinnvolle Vorkehrung zum Schutz vor Infektionen ab kommenden Montag einzuhalten.» Laut einem Beschluss des Senats vom Dienstag ist das Tragen von Mund/Nase-Masken von Montag an in Geschäften, Bussen und Bahnen sowie auf Wochenmärkten Pflicht.

Gleichzeitig lobte Tschentscher die Hamburger: «Die Bürgerinnen und Bürger verhalten sich verantwortungsvoll und solidarisch.» Zudem gebe es zwischen dem Senat, der Bürgerschaft und den Fraktionen ein großes Einvernehmen darüber, was erforderlich sei. «Ich bin überzeugt, wenn wir diesen Kurs fortsetzen, können wir die Krise gut überstehen. Wir sind eine starke Stadt und stehen gemeinsam gegen Corona.»

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