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95 ToteUKE befürchtet zweite Corona-Welle

Nach der Regierungserklärung stimmte die Bürgerschaft einem Nachtragshaushalt mit einem Volumen von einer Milliarde Euro zu. Mit 800 Millionen Euro soll das Gros der Mittel zur Finanzierung des Hamburger Schutzschirms dienen, mit dem Unternehmen geholfen wird. Die restlichen 200 Millionen Euro sollen hälftig in ein neues Investitionsprogramm und ein neues Darlehensprogramm zur Bewältigung der Krise fließen. Eingesetzt wurde zudem ein Sonderausschusses zur Corona-Krise mit 20 Mitgliedern.

Das Verwaltungsgericht Hamburg erklärte derweil die vom Senat zur Eindämmung der Pandemie aufrechterhaltene Schließung von Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für unzulässig. Das Gericht habe dem Eilantrag eines Sportgeschäfts in der Innenstadt stattgegeben, teilte ein Sprecher mit. Der Senat habe aber bereits Beschwerde dagegen beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingereicht und beantragt, dass es bis zu einer Entscheidung bei der Regelung bleiben solle.

Auch das UKE kann sich trotz der Befürchtung einer zweiten Corona-Welle weitere Lockerungen vorstellen. So hält UKE-Chef Göke die Austragung von Geisterspielen in der Fußballbundesliga für vertretbar - sofern die Mannschaften getestet werden. «Ja, man kann Geisterspiele machen», sagte Göke, selbst glühender Schalke-Fan. Massenveranstaltungen jedoch seien «übel und gefährlich». Fußball mit Zuschauern sei auf absehbare Zeit nicht vorstellbar.

Die Gesellschaft braucht mehr als einfach nur physische Gesundheit

Die Gesellschaft könne es nur eine Weile aushalten ohne Sport, ohne Kultur, ohne religiöse Zusammenkünfte, sagte der Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am UKE, Prof. Ansgar Lohse. «Die Gesellschaft braucht mehr als einfach nur physische Gesundheit.» Entsprechend erneuerte er auch seine Forderung nach einer Öffnung der Schulen und Kitas - sofern Risikogruppen geschützt werden. Ansonsten halte er die Öffnung «in jeder Hinsicht für eine sinnvolle Maßnahme, ich halte sie für infektiologisch vertretbar, aber eben auch aus sozialen und bildungspolitischen Gründen für überfällig».

Ähnlich sieht es Ballett-Intendant John Neumeier (81). Er sei Aufgabe der Politik, «die sinn- und gemeinschaftsstiftende Funktion von Kultur gerade in Krisenzeiten im Auge zu behalten und den einzelnen Akteuren möglichst große Freiräume zur Entfaltung zu bieten.» Das Hamburg Ballett hat alle verbleibenden Vorstellungen der laufenden Saison abgesagt. Damit folge die weltbekannte Compagnie der behördlichen Anordnung der Stadt, die eine Schließung der Theater und Opernhäuser bis zum 30. Juni vorgibt.

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