Die beiden Universitätskliniken in Sachsen-Anhalt stehen wegen des Sparkurses der Landesregierung unter Druck, insbesondere die Uni-Klinik Halle. Nach einer internen Unterlage des Finanzministeriums gibt es in Halle einen Investitionsstau von mehr als 80 Millionen Euro, heißt es in der "Mitteldeutschen Zeitung". Bis 2025 würde dieser auf gut 400 Millionen Euro ansteigen. "Ein steuerschwaches Land der Größe Sachsen-Anhalts mit den bekannten Lasten aus der demografischen Entwicklung und Schulden kann sich nicht zwei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken leisten", heißt es in dem Papier.
Rektor Sträter: Es gibt bereits Überlegungen zur Kostensenkung
Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) wollte sich zu einer etwaigen Schließung einer Klinik nicht äußern. Ob sich das Land die Zahlungen für die beiden Unikliniken - 115 Millionen Euro im Jahr - weiter leisten könne, sei aber "eine berechtigte Frage", sagte sie der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wir müssen Finanzierungsmöglichkeiten und eine Lösung für den Investitionsstau finden." Dazu erhoffe sich Wolff Hinweise vom Wissenschaftsrat. Das unabhängige Gremium evaluiert die Kliniken. Udo Sträter, Rektor der Uni Halle, nannte die Finanzierung der Kliniken "letztlich eine politische Frage". Es gebe bereits Überlegungen zur Kostensenkung. Die Regierung solle die Bewertung des Wissenschaftsrates abwarten, so Sträter.
Finanzierungskonzept für Halle und Magdeburg soll bis Mai vorliegen
Das Landeskabinett hatte zuletzt beschlossen, dass Wolff ein Konzept zur Finanzierung der Unikliniken erarbeiten soll. Spätestens zur Kabinettsklausur Ende Mai soll es vorliegen. Die Opposition warnt, Einsparungen könnten den Ärztemangel verschärfen. "Wir brauchen beide Häuser, um die im Land benötigte Zahl an Ärzten ausbilden zu können", so Hendrik Lange (Linke).


Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen