Man wolle einen klaren Schnitt, zitierte die Zeitung Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU). Bei einem Mischmodell zwischen Kommunen und Freistaat, wie es ebenfalls diskutiert wurde, sei der Keim für Zuständigkeitsprobleme hingegen schon gelegt. Für Patienten dürfe es aber in keinem Fall Verschlechterungen geben, so Gribl. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte im Herbst in einer Regierungserklärung bekräftigt, dass das Augsburger Klinikum bis 2018 zur Uniklinik werden soll.
Land soll Klinik komplett übernehmen
Bislang wird das kommunale Großkrankenhaus von der Stadt und dem Landkreis Augsburg betrieben. Doch beide scheuen offenbar das große finanzielle Risiko, eine neue Uniklinik mitzutragen. Experten taxieren den Aufwand für eine universitäre Komplettklinik derzeit auf rund eine Milliarde Euro, weil unter anderem erst Kapazitäten für Forschung- und Lehre geschaffen werden müssten. Um diese umsetzen zu können, müssen jedoch auch die entsprechenden Flächen zur Verfügung stehen. Kommune und Landkreis wollen daher, dass der Freistaat Bayern das Klinikum zu 100 Prozent übernimmt. Die Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern über die Zukunft des Hauses sollen demnächst beginnen.
Strehl: Neue Uniklinik überflüssig
Brancheninsider sehen das Vorhaben, in Bayern nach Erlangen, Regensburg, Würzburg und den beiden Münchner Unikliniken nun noch eine sechste Uniklinik zu gründen, ohnehin sehr kritisch. "In anderen Regionen denken wir darüber nach, Kliniken zu schließen – und das mit Unikliniken ohnehin gut versorgte Bayern will nun noch eine weitere haben. Dabei werden die vorhandenen Unikliniken in Bayern schon heute nicht ausreichend finanziert", kritisiert der frühere VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl. Eine Uniklinik in Augsburg würde diese Situation noch verschärfen, weil die massiven Kosten dafür "evidente Rückkopplungseffekte" in finanzieller Hinsicht auf die bestehenden Häuser haben werde, prophezeit Strehl.




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