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Universitätsmedizin MainzWenn schon das 75-Millionen-Defizit als Erfolg gilt

Statt wie erwartet bei 97,4 Millionen lag das Minus der Universitätsmedizin Mainz im vergangenen Jahr bei „nur“ 75 Millionen Euro. Der Vorstand betont eine doppelte Verbesserung, doch den Wissenschaftsminister plagen neue Sorgen.

Universitätsmedizin Mainz
Peter Pulkowski/Universitätsmedizin Mainz
Die Universitätsmedizin Mainz hat ihren Gesamtumsatz 2025 auf fast 1,14 Milliarden Euro gesteigert.

Die Verantwortlichen in Mainz sehen sich ganz klar auf Kurs – und dass, obwohl die Universitätsmedizin das Jahr 2025 mit einem Fehlbetrag von 75 Millionen Euro abgeschlossen hat. Der Grund für die Zuversicht: Das Ergebnis von 2024 hatte noch bei Minus 96,7 Millionen Euro gelegen, und zudem habe man für 2025 sogar mit einem Minus von 97,4 Millionen Euro geplant, heißt es in einer Mitteilung des Maximalversorgers.

Nunmehr zum zweiten Mal in Folge habe die Universitätsmedizin einen Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt, heißt es weiter. Gründe für das bessere Ergebnis seien weiter gestiegene Abrechnungen bei medizinischen Leistungen unter anderem durch erfolgreiche Verhandlungen mit verschiedenen Kostenträgern, die Auflösung diverser Rückstellungen und die „konsequente Verfolgung der Zukunftsprogramme“.

Ein solcher Kurswechsel braucht Zeit.

Das von der Trägerversammlung festgestellte Jahresergebnis 2025 sei ein Indikator dafür, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Wissenschaftsminister und Aufsichtsratschef Clemens Hoch und ergänzt: „Klar ist, dass ein Kurswechsel, wie ihn die Universitätsmedizin gerade vollzieht, Zeit braucht.“ Das Land werde den laufenden Transformationsprozess weiter unterstützen, allerdings drohten durch die Gesetzgebung des Bundes Ausfälle von zusätzlich bis zu 25 Millionen Euro jährlich, so Hoch.

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Sein Haus setze alles daran, „unsere Leistungsfähigkeit im klinischen Bereich weiterzuentwickeln und Leistungen vor allem im stationären Bereich nachhaltig zu steigern, um auch im operativen Geschäft eine klare Trendwende zu erreichen“, betont der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Univ.-Prof. Ralf Kiesslich. Dies sei im vergangenen Jahr „noch nicht ausreichend gelungen“. Ein wichtiger Schritt sei die Gründung von Departments, in denen verwandte klinische und theoretische Disziplinen zusammenarbeiten.

Elf Departments gegründet

Dieser Prozess sei im Januar 2026 mit der Gründung der letzten beiden und damit insgesamt elf Departments abgeschlossen worden, so Kiesslich. Auch die gemeinsame Nutzung wichtiger Ressourcen, wie Intensiv- und OP-Kapazitäten entwickele sich weiter sehr gut. Zudem setze man mit dem Zukunftsprogramm UM.Digital auf die vollständige digitale Erneuerung der Universitätsmedizin, was Prozesse noch einmal deutlich vereinfachen werde.

Er blicke „sehr zuversichtlich“ auf die nächsten Jahre, erklärt Kiesslich, was durch aktuelle Leistungszahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 gestärkt werde. Sein Team gehe davon aus, den Wirtschaftsplan 2026 wieder klar zu unterschreiten und das Defizit weiter zu reduzieren. Das Ziel sei weiter, bis 2030 die schwarze Null zu erreichen.

Das Jahr 2025 in Zahlen

Die Umsatzerlöse der Universitätsmedizin lagen 2025 bei fast 1,14 Milliarden Euro, wovon 554,8 Millionen Euro aus den Krankenhausleistungen resultierten. Der Case-Mix-Index lag 2025 bei 1,21. Insgesamt wurden rund 394.700 Patienten behandelt, davon rund 62.900 stationär (inkl. teilstationär und Hybrid-DRGs) und rund 331.800 ambulant. Von letzteren wiederum waren etwa 142.600 Hochschulambulanz-Fälle. Die ambulanten Erlöse beliefen sich auf 82,8 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatte die Universitätsmedizin 9030 Mitarbeitende. Die Zahl der Vollkräfte betrug 6258. Die Personalausgaben beliefen sich auf rund 655 Millionen Euro, der Materialaufwand betrug gut 331 Millionen Euro.

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