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Berliner Senat gibt mehr GeldVamed soll Bettenhaus der Charité sanieren

Die Berliner Charité hat für die Sanierung des leer gezogenen Bettenhochhauses sowie den Neubau der Intensivmedizin mit OP-Trakt auf dem Campus in Berlin-Mitte endlich eine Bietergemeinschaft gefunden.

Laut "Berliner Morgenpost" bekommen die Fresenius-Tochter Vamed und das Bauunternehmen Züblin den Zuschlag. Allerdings wird das Mammutprojekt teurer: Statt 185 Millionen, wie bisher vom Berliner Senat festgeschrieben, soll die Bietergemeinschaft jetzt den Zuschlag für 202,5 Millionen Euro erhalten. Der Aufsichtsrat hat "Grünes Licht" erteilt, jetzt müssen Senat und Hauptausschuss der Kostensteigerung von 17,5 Millionen Euro zustimmen.

Sanierung soll nun 202,5 Millionen kosten
Bis zuletzt hatten Verantwortliche aus der Charité und Politik vehement bestritten, dass man zur Sanierung des Bettenhochhauses mehr als 185 Millionen Euro in die Hand nehmen muss. Auch wenn dieser Kurs nicht zu halten war: Allen Verantwortlichen ist nach der Zustimmung im Aufsichtsrat die Erleichterung anzumerken, das nach einjährigen Verhandlungen die Kuh vom Eis ist. Auch wenn die Arbeiten nicht, wie ursprünglich geplant, im Oktober beginnen können und obwohl sich die Charité innerhalb weniger Tage ein zweites Mal korrigieren muss.

Zwar hatte ein Charité-Sprecher bis zuletzt betont "Wir liegen im Zeitplan", jetzt räumt Vorstandschef Karl Max Einhäupl ein, was die Spatzen bereits seit Wochen vom Dach des leer gezogenen Bettenhochhauses pfiffen: Der Baubeginn verzögert sich. Einhäupl hofft, "dass wir im Januar 2014 endlich beginnen können". Bis 2016 soll das 82 Meter hohe und zwischen 1977 und 1982 errichtete Wahrzeichen der Charité ganz in Weiß und in neuem Glanz erstrahlen.

Gibt es versteckte Kosten?
Experten bezweifeln aber, dass die 202,5 Millionen Euro das letzte Wort sind. Unklar ist, ob im Angebot der Bietergemeinschaft alle Kosten enthalten sind. Ein Beispiel: So waren in den Bauplänen der Charité, von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz geprüft und genehmigt, nicht alle Kosten enthalten. Das kritisiert der Berliner Landesrechnungshof und verweist auf eine Liste mit sogenannten "flankierenden Maßnahmen" in Höhe von 16,6 Millionen. Diese Maßnahmen – die unter anderem Informationstechnik und Möblierung umfassen – sind nach Auffassung des Rechnungshofes "sachlich untrennbar mit der Sanierung" verbunden, sollen aber aus dem laufenden Haushalt der Charité finanziert werden.

Hinzu kommt eine nicht unproblematische Verbindung: Die Fresenius-Tochter Vamed, die zur Bietergemeinschaft gehört, ist gleichzeitig Gesellschafter der Charité-Facility-Management GmbH (CFM). Aus steuerlichen Gründen hält die Charité zwar 51 Prozent, das operative Geschäft bestimmen drei externe Firmen, die 49 Prozent der Anteile halten: Vamed, Dussmann, Hellmann Logistik. Die Charité hat der CFM bestimmte Aufgaben, dazu gehören Bau, Technik, Logistik und Verpflegung, übertragen. Beobachter schließen nicht aus, dass auf Grund der Doppelfunktion von Vamed bestimmte Sanierungskosten in die CFM geschoben werden. "Das kann niemand kontrollieren", meint ein Insider.

Steht der neue Forschungsbau in Buch vor dem Aus?
Die Verteuerung in Mitte könnte Folgen am Stadtrand haben. Was die breite Öffentlichkeit bisher nicht bemerkt hat: Hinter einem wichtigen Forschungsbau im Berliner Ortsteil Buch steht ein Fragezeigen. Auf dem Forschungscampus will die Charité ein neues Tierhaus – sprich "Mäusebunker" – errichten. Als Ersatz für das asbestverseuchte Tierhaus in Berliner Ortsteil Dahlem, den das "Forschungsinstitut für Experimentielle Medizin" (FEM) betreibt.

Jetzt befürchten Mitglieder im Fakultätsrat, dass der Neubau in Buch auf der Strecke bleibt. Charité Dekanin Annette Grüters-Kieslich berichtete kürzlich im Fakultätsrat, der Senat habe 2010 bei der Verabschiedung der Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Charité dem Bau des Bucher FEM (Kosten: rund 20 Millionen Euro) nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass der Kostenrahmen von 185 Millionen Euro für die Hochhaussanierung in Mitte nicht überschritten werde.

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