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Verdi sieht „Spaltungsversuch“Tarifverhandlungen an Sana-Kliniken in der Kritik

Nach der zweiten Verhandlungsrunde um den neuen Sana-Konzerntarifvertrag zeigt sich die Gewerkschaft Verdi unzufrieden. Der Arbeitgeber hätte angeboten, 2023 nur in der Pflege höhere Löhne zu zahlen.

Alarm
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Am 28. Juni 2022 begannen die Tarifverhandlungen für rund 10 000 Beschäftigte der 20 Sana-Kliniken, die unter den Konzerntarifvertrag fallen und sie gestalten sich zäh, wie die Gewerkschaft verlauten ließ. Sana wolle mit seinem Angebot 2023 nur Pflegekräften mehr Geld zu geben die Mitarbeiterschaft spalten, so der Eindruck. Alle anderen Beschäftigten sollen den Verdi-Angaben zufolge leer ausgehen.

Dies sei nicht hinnehmbar, da jedes Krankenhaus nur mit allen Berufsgruppen eine gute Versorgung sicherstellen könne. Es gehe daher um die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die gesamte Belegschaft.

In der zweiten Verhandlungsrunde hätte die Sana Kliniken AG für 2022 nur Einmalzahlungen angeboten: Insgesamt solle es 3000 Euro netto mehr geben, gestückelt ausgezahlt über sieben Monate; für Auszubildende böte der Arbeitgeber 1000 Euro plus. Reduziert werden solle das Lohnplus jedoch um den staatlichen Corona-Bonus für Pflegekräfte. Im Jahr 2023 solle es nur in der Pflege mehr Geld geben: Die Pflegetabelle solle um 5 Prozent angehoben werden und die Pflegezulage 1 um 100 Euro anziehen. Erst 2024 würden die Entgelte für alle um 3 Prozent steigen.

Keine Einigung in Runde zwei

Sana sieht hierin auf Anfrage ein „attraktives Angebot”. Das Angebot sähe eine Vielzahl von Komponenten vor, die sich je nach Dienstbelastung (Einsatz im Schicht-, Bereitschafts- oder Nachtdienst) unterschiedlich auf das einzelne Arbeitsverhältnis auswirken würde. Das Angebot stünde im Einklang mit Tarifverträgen, „die wir als Arbeitgeber und Gewerkschaften für andere Berufsgruppen im Krankenhaus (z. B. Ärzte) aktuell geschlossen haben, oder mit Haustarifverträgen an einzelnen KH-Standorten, die jüngst mit Verdi geschlossen wurden.“

Verdi hält angesichts einer prognostizierten Inflation von 11,6 Prozent (in 2022 und 2023) und einem damit einhergehenden Reallohnverlust für den Großteil der Mitarbeitenden dagegen. Die höheren Lebenshaltungskosten würden hiervon nicht gedeckt werden. Bisher hätte Sana zudem nicht auf die Forderungen nach einem Sockelbetrag von 150 Euro monatlich extra ab dem 20. Beschäftigungsjahr, zusätzlichen freien Tagen für Verdi-Mitglieder, einer 100 Prozent-Monatsentgelt-Jahressonderzahlung für alle und einer dynamischen Erhöhung der Funktionszulagen geäußert.

Für die nächste Runde der Tarifverhandlungen am 28. September 2022 fordert Verdi von der Sana-Spitze daher ein „ordentliches Angebot“. Als Arbeitgeber sei man jederzeit gesprächsbereit, so ein Sprecher der Klinikgruppe. Man spreche sich für eine schnelle Fortführung der Tarifverhandlungen aus und stünde hierzu auch kurzfristig bereit, hieß es weiter. Ausführliche Kommentare zu laufenden Verhandlungen wollte Sana nicht machen.

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