Eine für Landesunternehmen verbindliche EU-Richtlinie sieht vor, dass bei einer Auftragsvergabe ab 200.000 Euro europaweit ausgeschrieben werden muss. Nutznießer ist die Firma Sicherheitsservice Berlin (SSB). Vivantes teilte auf Anfrage der Zeitung mit, dass der Klinikkonzern dem Unternehmen für den Zeitraum von 2007 bis 2012 insgesamt rund 595.000 Euro gezahlt habe. 2009 wurde die 200.000-Euro-Schwelle überschritten. Laut EU-Richtlinie müssen Aufträge, die von Jahr zu Jahr erneut vergeben werden, als Gesamtauftrag gesehen werden. Vivantes hatte die Dienste der Firma SSB nach Informationen der "Berliner Zeitung" erstmals im Jahr 2007 in Anspruch genommen – dabei ging es zunächst um die Suche nach einem vermissten Patienten.
Vergabe könnte für Vivantes zum ersten Problem werden
Sollte sich herausstellen, dass die Aufträge rechtswidrig vergeben wurden, wäre dies ein ernstes Problem. Vor fast drei Jahren waren die beiden Geschäftsführer der landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaft Howoge fristlos entlassen worden, weil sie Aufträge nicht wie erforderlich ausgeschrieben, sondern direkt vergeben hatten, so die "Berliner Zeitung". Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat Vivantes um Aufklärung gebeten.


Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen