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Private KlinikbetreiberWelche Rolle spielt Rhön 2013?

Die großen privaten Krankenhausbetreiber wie Rhön, Helios, Asklepios und Sana buhlen nach wie vor um die wenigen Übernahmeobjekte auf dem rund 75 Milliarden Euro schweren deutschen Krankenhausmarkt.

Nach der gescheiterten Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum kommt die Konsolidierung des stark zersplitterten deutschen Krankenhausmarktes nur langsam voran. Eine Entwicklung, die sich im Wahljahr 2013 nicht ändern dürfte. Denn Politiker halten sich nach Einschätzung von Branchenexperten bei der Privatisierung defizitärer Kliniken aus Angst vor Protesten eher zurück. Doch durch die Verschuldung der öffentlichen Haushalte steigt der Druck auf die Kommunen als Träger vieler Kliniken.

Bei den drei Landkreiskliniken Biberach in Baden-Württemberg ist die Entscheidung schon gefallen: Sie haben sich nach einem Bieterverfahren für den Klinikkonzern Sana entscheiden. Die Rhön-Klinikum AG ist als zweitgrößter privater Klinikbetreiber nach der Fresenius-Tochter Helios nicht mit von der Partie. Rhön hat nach einem turbulenten Jahr derzeit andere Baustellen.

Rhön-Baustellen: HSK, UKGM, Aktionärsstruktur
So steht der Klinikbetreiber nach der spektakulär gescheiterten Übernahme durch Fresenius, dem Kauf von 49 Prozent an den Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken und den Problemen im Klinikum Gießen und Marburg vor vielen Herausforderungen. Bereits zweimal wurde die Ergebnisprognose für 2012 gekappt. Von Januar bis September brach der Überschuss um fast 42 Prozent auf 70,2 Millionen Euro ein. Das wohl größte Problem der Franken ist die Pattsituation im Aktionärskreis: "Die Situation ist nach der gescheiterten Übernahme durch Fresenius sehr verfahren und es ist weiterhin unklar, wie sich die an Rhön beteiligten Konkurrenten auf etwas Vernünftiges einigen können", sagte Fondsmanager Markus Manns von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Laut Satzung können Entscheidungen wie Kapitalmaßnahmen oder Fusionen nur mit Zustimmung von 90 Prozent der Aktien getroffen werden.

Kommunale geraten immer mehr in die Klemme
Nun versucht der von Unternehmensgründer Eugen Münch geführte Aufsichtsrat mit einer neuen Führungscrew den Befreiungsschlag: Der Finanzvorstand wurde bereits ausgewechselt. Neuer Vorstandschef wird Anfang 2013 zudem der frühere Asklepios-Manager Martin Siebert. Er soll das operative Geschäft wieder stärker in den Fokus rücken. Welche Rolle Rhön unter der neuen Führung im Übernahme-Kampf auf dem deutschen Klinikmarkt spielen wird, ist allerdings noch unklar. Die großen privaten Krankenhausbetreiber wie Rhön, Helios sowie die Konkurrenten Asklepios und Sana buhlen um die wenigen Übernahmeobjekte auf dem rund 75 Milliarden Euro schweren deutschen Krankenhausmarkt. Widerstand gegen den Verkauf an private Betreiber kommt meist von den Gewerkschaften. Doch laut dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat sich die wirtschaftliche Situation vieler Kliniken seit 2010 verschlechtert - und zwar so sehr, dass manchem kommunalen Träger nur noch der Verkauf bleibt.

So wie zum Beispiel in Offenbach: Bis Ende März will die selbst hochverschuldete Stadt ihr defizitäres Klinikum verkauft haben. Mittlerweile dürften sich 15 Prozent der Kliniken in Deutschland im "roten Bereich" befinden, schreibt das RWI. Fondsexperte Manns ist trotz allem skeptisch: "Die Konsolidierung des deutschen Krankenhausmarktes wird sich wegen des Wahljahres 2013 eher weiter verlangsamen." Helios-Chef Francesco de Meo schaut sich derweil vor allem in Süddeutschland um: "Wie in den vergangenen Jahren wollen wir durch Übernahmen jährlich um ungefähr 150 Millionen Euro Umsatz wachsen", sagte der Manager jüngst. Damit will der größte deutsche Klinikkonzern 2015 auf einen Umsatz von 4 bis 4,25 Milliarden Euro kommen. Im Oktober 2011 hatten sich die Berliner knapp 95 Prozent an der im Norden starken Damp-Gruppe gesichert.

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