Georg Thieme Verlag KG

EntscheidungZentralklinikum Mittelbaden kommt für 350 Millionen Euro

Das Klinikum Mittelbaden wird an einem zentralen Standort zusammengeführt. Hierfür soll bis 2029 der Neubau des Zentralklinikums Mittelbaden für rund 350 Millionen Euro entstehen.

Fördermittel
Stockfotos-MG/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Klinikum Mittelbaden (KMB) bekommt eine zentrale Klinik. Das haben der Baden-Badener Gemeinderat (einstimmig) und der Kreistag (mehrstimmig) vergangene Woche beschlossen. Der Neubau an einem noch zu klärenden Standort soll dabei die gesamten akutmedizinischen Angebote des KMB bündeln. Ziel ist es, das Vorhaben bis 2029 umzusetzen. Durch den Beschluss steht auch fest, dass die drei bisherigen Akutkliniken in Bühl, Baden-Baden und Rastatt geschlossen werden.

„Sowohl mit Blick auf die Betriebskosten als auch auf das medizinische Angebot ist das die richtige Entscheidung“, meint Oberbürgermeister Hubert Schnurr, der auch Mitglied des Aufsichtsrats des Klinikums Mittelbaden ist. „Durch die Bündelung an einem Ort sind Synergieeffekte zu erwarten.“ Dem stimmt auch der Medizinische Geschäftsführer des KMB, Thomas Iber, zu: „Ein Zentralklinikum bietet die Möglichkeit, die spezialisierte Medizin an einem Standort zusammenzuführen. Das lässt sich nicht parallel an drei Standorten abbilden.“

Ein-Standort-Lösung für 350 Millionen Euro

Die Entscheidung für die zentrale Lösung basiert auf dem „Strukturgutachten Klinikum Mittelbaden“, das der Aufsichtsrat des KMB bei der Kölner Aktiva Beratung im Gesundheitswesen in Auftrag gegeben hatte. Das Gutachten präferierte eine Ein-Standort-Lösung, da nur bei dieser Variante ein rentabler Betrieb zu erwarten sei. Nachdem das Gutachten im Juli 2020 präsentiert worden war, wurde auch die Öffentlichkeit in die Entscheidungsfindung eingebunden. Für den Neubau mit einer Kapazität von 666 Betten kalkulieren die Gutachter mit Gesamtkosten in Höhe von 350 Millionen Euro, wovon die Hälfte über Fördermittel finanziert werden soll.

Standortfrage: Raststatt oder Baden-Baden

Die zuständigen Gremien und Verantwortlichen müssen nach der Grundsatzentscheidung nun zunächst klären, wo das zentrale Krankenhaus gebaut werden soll. Kreistag und Gemeinderat werden voraussichtlich im Spätsommer/Frühherbst eine Entscheidung treffen. Bühl kommt dafür nicht infrage, da der Versorgungsbereich des KMB den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden umfasst und gesetzlich vorgeschrieben ist, dass von jedem Ort das Klinikum innerhalb von höchstens 30 Minuten erreichbar sein muss. Das Gutachten plädiert für eine Fläche auf Rastatter oder Baden-Badener Gemarkung.

Neben der Standortfrage muss außerdem über die weitere Nutzung der bisherigen Akutkliniken entschieden werden. „Wir wollen auch künftig eine medizinische Nutzung unseres Bühler Krankenhauses“, betont Oberbürgermeister Schnurr. Mittel- bis langfristig sei etwa ein Medizinisches Versorgungszentrum möglich.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!