

Zumindest als Modell nimmt der „Neubau der Medizinischen Klinik (NMK) – Gelenkbau“ des Universitätsklinikums Tübingen (UKT) jetzt konkrete Gestalt an: Das Konzept des schwedischen Architekturbüros White Arkitekter und des Planerbüros HPP Architekten mit Hauptsitz in Düsseldorf habe den Zuschlag erhalten, teilten HPP Architekten mit. Bauträger ist das Amt Tübingen des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg.
Mit dem Zuschlag entschied sich das Land nicht für den im April gekürten Siegerentwurf eines Planungswettbewerbs für den NMK-Bau, sondern für den Drittplatzierten. Das Großprojekt auf dem Tübinger Schnarrenberg ist laut UKT derzeit mit Kosten von rund 250 Millionen Euro veranschlagt. Baubeginn soll demnach im Jahr 2026 sein, die Fertigstellung ist für 2031 geplant. Insbesondere an dem UKT-Standort „Kliniken Berg“ laufen bereits seit 2019 umfangreiche Bauprojekte.
Erster Baustein der Masterplanung
Die Neue Medizinische Klinik ist nach Angaben des Amtes Tübingen von Vermögen und Bau der erste zentrale Baustein in der schrittweisen Umsetzung der Masterplanung des Universitätsklinikums. Aus den derzeitig isolierten Einzelkliniken soll ein zentrales Kernklinikum auf dem Schnarrenberg werden. Demnach schaffe die NMK die Voraussetzungen „für eine grundlegende Neuordnung der Patientenversorgung mit klar gegliederten Verkehrsströmen und Funktionszusammenhängen“. In einem weiteren Schritt werde mittelfristig ein neuer zentraler Haupteingang mit zentraler Notaufnahme entstehen, der die CRONA-Kliniken (Chirurgie, Radiologie, Orthopädie, Neurologie und Anästhesiologie) und Innere Medizin gemeinsam und zentral erschließe.
Fokus auf Nachhaltigkeit
Laut HPP Architekten erfolge der Neubau der Medizinischen Klinik mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit in ressourcenschonender und CO2-reduzierter Konstruktionsweise. Als wesentliches Material in den Bettengeschossen werde Holz verwendet, das in Kombination mit den nachwachsenden Rohstoffen für Fassade und Ausbau für eine deutliche Einsparung von Treibhausgasemissionen sorge. Der gespeicherte Kohlenstoff bleibe langfristig in den Bauteilen gebunden. Die Demontagemöglichkeit und Trennbarkeit der Konstruktionen erlaube zudem eine spätere Wiederverwendung der Komponenten als Ganzes oder die Rückführung in den Recyclingprozess.
Es war uns wichtig, maximalen Tageslichteinfall und Ausblicke auf Tübingen und die Schwäbische Alb zu ermöglichen.
Die Architektur entwickele sich aus der Natur heraus und respektiere die Umgebung, erklärt Gerhard G. Feldmeyer, Senior Partner von HPP Architekten: „Der Sockelbereich bettet sich zurückhaltend in die Landschaft ein, darüber liegen Baukörper mit prägnanten Auskragungen.“ In diesen drei Obergeschossen befinden sich zu einem überwiegenden Teil die Pflegebereiche. „Es war uns wichtig, maximalen Tageslichteinfall und Ausblicke auf Tübingen und die Schwäbische Alb zu ermöglichen“, betont Feldmeyer: „Holzoberflächen im Innenraum erzeugen eine wohltuende Atmosphäre für den Patienten. Und verschiedene Terrassen und Gärten ermöglichen den Nutzern den Zugang ins Freie.“





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