Die oppositionelle CDU hat einen Dringlichkeitsantrag für die nächste Sitzung der Bürgerschaft in der kommenden Woche beschlossen, berichtet "Radio Bremen". In dem Antrag fordere die CDU, dass sich der kommunale Klinikverbund und Bauträger Gesundheit Nord (Geno) von dem Generalplaner Ludes Architekten trenne, weil dessen Fehler das Land Bremen knapp 20 Millionen Euro gekostet hätten, berichtet der Sender mit Berufung auf Parteikreise. Die CDU widerum begründet ihren Antrag mit Aussagen des für den Neubau zuständigen Geno-Geschäftsführers Robert Pfeiffer vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Der Generalplaner sei offensichtlich mit dem Projekt überfordert, so die CDU. Das lasse nichts Gutes erwarten: "Der Klinikneubau wird mit jedem Bautag komplexer, so dass weitere Schwierigkeiten vorprogrammiert sind", zitiert der Sender aus dem Antrag.
Gegenseitige Schuldvorwürfe
Der Untersuchungsausschuss war auf Betreiben der CDU eingerichtet worden, nachdem es wiederholt zu Kostensteigerungen durch Bauverzögerungen auf der Baustelle gekommen war. Geno hatte deswegen unter anderem einer Trockenbaufirma gekündigt. Diese wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe und macht ihrerseits Fehler des Generalplaners für die Probleme verantwortlich. Bahnbrechend neue Erkenntnisse hat der Untersuchungsausschuss bislang jedoch nicht ans Tageslicht gebracht. Alle Seiten schieben sich wie gehabt dort gegenseitig den "Schwarzen Peter" zu. Während die regierende SPD und der Bauträger Gesundheit Nord keine eklatanten Versäumknisse sehen, versucht die CDU über den Ausschuss vor allem die regierende SPD anzugreifen.
Ein vor kurzem offenbar gezielt in die Medien lanciertes Gutachten des Hannoveraner Sachverständigen Peter Geddert bringt das Klinikprojekt erneut in die Schlagzeilen. Das Gutachten wurde offenbar im Auftrag des Ausschusses erstellt und soll offiziell erst Ende November vorgestellt werden. Viele Details fanden jedoch in den vergangenen Tagen bereits den Weg in die Bremen Lokalmedien. Danach soll der Gutachter dem Generalplaner Ludes Architekten zahlreiche Mängel bei der Bauplanung attestieren. Interessant ist jedoch, dass dieses Gutachten weder der Geno noch dem Generalplaner derzeit nicht vorliegen, weshalb diese zu den vermeintlichen Vorwürfen schweigen.
Wechsel des Generalplaners käme teuer
Bei der Geno warnt man indes davor, mitten im Bauvorhaben den Generalplaner zu wechseln. "Wir halten das für mit Abstand die schlechteste Lösung, weil es das Bauvorhaben um mindestens 20 Millionen Euro verteuern würde und zu weiteren erheblichen Bauverzögerungen führen würde", so Geno-Sprecherin Karen Matiszick. Ein neuer Generalplaner müsste ausgeschrieben werden, zudem gehören die Baupläne Ludes, was zu rechtlichen Problemen - etwa bei späteren Gewährleistungsfragen bei Baumängeln - führen könnte.
Dabei kommt das Projekt schon jetzt den kommunalen Klinikverbund teuer zu stehen. Die Baukosten werden sich laut Geno von ursprünglich geplanten 230 auf 288 Millionen Euro erhöhen.




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