Georg Thieme Verlag KG

RKH Klinikum LudwigsburgVerdienstorden für Intensivpflegekraft Katrin Lichy

Good News zum Internationalen Tag der Pflegenden: Die Ludwigsburger Intensivpflegekraft Katrin Lichy hat den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg bekommen. kma hat sie erzählt, was sie mit der Auszeichnung verbindet und was sie anders macht.

Katrin Lichy
Dr. Gregor Lichy

Katrin Lichy erhielt den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg für ihr Engagement bei der Anleitung, Organisation und Motivation ihres Teams in der Corona-Pandemie sowie für ihren einfühlsamen Führungsstil.

Katrin Lichy ist Leiterin des Bereichs Intensivstation und IMC im RKH Klinikum Ludwigsburg – und seit kurzem Trägerin des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Die Auszeichnung erhielt die 41-jährige Intensivpflegekraft unter anderem für ihr Engagement bei der Anleitung, Organisation und Motivation ihres Teams während der Corona-Pandemie sowie für ihren einfühlsamen Führungsstil und ihre Vorbildfunktion. Wegen der Pandemie wurde die Zahl der Intensivbetten auf der Station von 24 auf 84 ausgebaut – ein Kraftakt unter schwierigsten Bedingungen.

Frau Lichy, wo können wir Ihren Verdienstorden jetzt finden?

(schmunzelt) Zu Hause in der Vitrine. Er hat dort einen besonderen Platz, denn ich bin extrem stolz darauf.

Warum wurden gerade Sie geehrt?

Das habe ich mich auch gefragt, als der Brief des Staatsministeriums im Kasten lag. Man wird vorgeschlagen, und bei uns im Haus haben sich viele dafür stark gemacht, gerade auch die Ärzte. Das zeigt, dass unsere Berufsgruppe akzeptiert wird. In den vergangenen Jahren waren wir als Team auch großartig. Ich habe den Orden stellvertretend für alle entgegengenommen, die die Patientinnen und Patienten versorgen – alle Pflegekräfte, Ärzteschaft, Physiotherapeuten, Assistenten sowie die Reinigungskräfte und auch für den ambulanten Bereich und die Hausarztpraxen. Sie mussten in den bisherigen Corona-Wellen alle viel leisten, damit das Gesamtsystem funktionieren konnte.

Wie haben die Kolleginnen und Kollegen reagiert?

Anders als etwa bei den Corona-Prämien, die ja immer an bestimmte Gruppen, zum Beispiel an uns Intensivpflegekräfte, gezahlt wurden, war überhaupt kein Neid zu spüren. Die Reaktionen über die Berufsgruppen hinweg waren durchweg positiv. Alle haben sich gefreut, dass wir draußen gesehen werden und anerkannt sind – auch von der Politik. Das gibt neue Energie weiterzumachen.

Was war Ihre eindringlichste Erfahrung in der Corona-Pandemie?

Mich hat sehr erschreckt, wie machtlos meine Mitarbeitenden in dieser Situation waren. Auf der Intensivstation können wir mit hoffnungslosen Fällen umgehen, und wir haben durch Patienten mit akutem Lungenversagen langjährige Erfahrung mit dem ECMO-Verfahren. Trotzdem konnten wir in so vielen Fällen nichts tun. Viele im Team waren am Ende und standen weinend vor mir. Der Wunsch, ihnen zu helfen und sie aufzufangen, hat mich als Führungskraft extrem beschäftigt, denn auch mein Werkzeugkasten kam in dieser Situation an seine Grenzen. Immerhin haben wir enger zusammengearbeitet und besser geplant, organisiert und kommuniziert – ich bin überzeugt, dass das so bleiben wird.

Mit dem Orden wird auch Ihr Führungsstil ausgezeichnet. Was machen Sie anders?

Ich gehe gerne Wege, die nicht jeder sofort auf dem Schirm hat, um die Arbeit attraktiver zu machen. Dafür schaue ich mir auch Konzepte und Systeme anderer Länder an, zum Beispiel die amerikanische Idee des Magnetkrankenhauses. Und dann versuche ich, das bei uns im Kleinen umzusetzen. Auch von anderen Branchen können wir lernen – zum Beispiel beim Team Resource Management. Das hilft uns Pflegekräften und kommt am Ende immer auch den Patientinnen und Patienten zugute. Mir geht es darum, innovativ und mutig zu sein und Neues auszuprobieren – und es ist schön, dass es dafür im Unternehmen den Rückhalt gibt.

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