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Kündigung in Bielefelder Krankenhaus Ärztin mit gefälschtem Impfpass lehnt Kompromiss ab

Nach dem Hochladen eines gefälschten Impfpasses hat ein Krankenhaus in Bielefeld einer Ärztin gekündigt. Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Bielefeld blieb jetzt in der Sache erfolglos. Der Anwalt der Assistenzärztin sah keine Chance auf einen Kompromiss.

Gesetzbuch
Ingo Bartussek/stock.adobe.com

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Zu dem Gütetermin war die Assistenzärztin nicht persönlich erschienen. Ihrem Anwalt zufolge könne es keinen Kompromiss geben, teilte Gerichtsdirektor Joachim Klevemann nach der Sitzung mit. Nach Auffassung des Anwalts war der Betriebsrat des Krankenhauses fehlerhaft zu der Kündigung angehört worden. Das Gericht wird jetzt am 6. Oktober im Rahmen eines Kammertermins erneut verhandeln.

Das Krankenhaus hatte der Ärztin, die sich in der Ausbildung im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie befand, fristlos gekündigt. Grund war ein am 26. November 2021 hochgeladener gefälschter Impfpass. Zu diesem Zeitpunkt galt die 3-G-Regelung. In der Folge musste die Frau nicht mehr täglich einen Coronatest vorlegen, sondern nur noch dreimal in der Woche.

Das Gesundheitsamt informierte das Krankenhaus Mitte Mai 2022 darüber, dass gegen die Medizinerin wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung ermittelt werde. Gegenüber dem Arbeitgeber räumte die Ärztin den Vorwurf ein und gab als Motiv großen sozialen Druck an. Der Betriebsrat stimmte daraufhin der außerordentlichen Kündigung ausdrücklich zu.

Das Arbeitsgericht Bielefeld hat bereits im März 2022 in einem vergleichbaren Fall ein Urteil gesprochen und eine außerordentliche Kündigung nach der Vorlage eines gefälschten Impfpasses für rechtens erklärt.

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