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Kulturwandel im Unternehmen KrankenhausDas Management muss neu gedacht werden

Der Arbeitsmarkt verändert sich. Längst ist bekannt, dass sich der Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gewandelt hat. Bewerber suchen sich den für sie passenden Arbeitgeber aus. Die Auswahl wird neben den rein karrierebezogenen Kriterien auch nach den Arbeitsanreizen getroffen.

Barbara Napp
UKE
Kma-Herausgeberin Barbara Napp.

Darauf haben die Arbeitgeber reagiert: Flexible Arbeitszeiten, Arbeitszeitkonten und Jobanreize, wie Angebote eines betrieblichen Gesundheitsmanagements werden allerorts eingeführt. Über die Branchen hinweg muss aber auch das Management neu gedacht werden.

Die ersten Unternehmen gehen diese Aufgabe an. Zum Teil entspringt dies aus einem Problem innerhalb des Unternehmens. Es wird deutlich, dass die etablierten Methoden und Prozesse nicht mehr den Unternehmenserfolg sichern, wie noch vor ein paar Jahren. Auf einmal stehen die interne Kultur zur Debatte, die Budgetplanung, Arbeitsprozesse und vieles mehr. „Nur“ Angebote für Arbeitnehmer zu schaffen, greift nicht mehr. Hier ist die Unternehmensspitze gefragt und gefordert.

Wie kann man also vorgehen? Wie so oft lohnt ein Blick auf andere Länder, die in der Hinsicht schon weiter sind – z.B. China und die USA. Die fernöstlichen Philosophien, die schon seit jeher einen Schwerpunkt auf Achtsamkeit legen, geben beispielsweise Anregungen. In den USA sind diese Philosophien aufgegriffen und in eine westliche Kultur eingebettet worden. Es verschmelzen also philosophische Ansätze mit westlich geprägten Arbeitserfordernissen. Mittlerweile gibt es schon mehrere Beispiele des effektiven Arbeitens unter Berücksichtigung von Achtsamkeit und Selbstbestimmung von Mitarbeitern.

Zeit für grundlegende Veränderungen

Auch in Deutschland findet man Beispiele, an denen man sich orientieren kann: Einrichtungen des „Great Place to work“ oder große Konzerne wie die Otto-Group oder die Hotelkette Upstalsboom. Hier ist es gelungen, eine werteorientierte Unternehmenskultur zu schaffen und Arbeitsprozesse grundlegend umzustrukturieren. Sicher war das kein einfacher Weg und auch nicht alle Mitarbeiter können die neu eingeschlagenen Wege mitgehen. Aber Neues zu entdecken, unbekannte Wege zu gehen, birgt auch die Chance, Schönes und Unverhofftes am Wegesrand zu entdecken.

Im deutschen Gesundheitswesen ist es vielleicht auch an der Zeit für solche grundlegenden Veränderungen. Umstrukturierungen aus dem Unternehmenszweck heraus sind bekanntes Terrain; die Sorge oder Angst vor Innovationen besteht nicht. Etablierte Wege werden aber nur selten verlassen. Denn es ist ein Weg ins Unbekannte, wenn vermeintlich „weiche Faktoren“, wie ein Kulturwandel angegangen werden sollen. Aber vielleicht ändern sich mit einer neu gedachten und von Grund auf umgebauten, werteorientierten Unternehmenskultur vermeintlich festgefahrene Strukturen und Prozesse einfach mit – quasi als Nebenprodukt. Denken Sie doch mal darüber nach.

Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der kma Klinik Management aktuell erschienen.

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