Dirk Tenzer wurde für das "Telemedizin-Netzwerk für Menschen ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung" von der Jury als Gewinner in der Kategorie Geschäftsmodell gewählt, die mit 10.000 Euro und einem Mentoring-Programm dotiert ist. Mit dem Eugen Münch-Preis unterstützt die Stiftung Münch innovative, netzwerkorientierte und nachhaltig tragfähige Konzepte, die zu einer Effizienzverbesserung im Gesundheitswesen beitragen.
Die Telemedizin-Zentrale des Klinikums Oldenburg ist seit dem 1. März 2015 in Betrieb und derzeit das deutschlandweit umfassendste Projekt seiner Art. Mit Hilfe digitaler Telekommunikation und mobiler, hochentwickelter Endgeräte können berufserfahrene Notfallmediziner des Klinikums für eine frühzeitige, kontrollierte Diagnostik und Therapie sorgen – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Alle medizinischen Fachrichtungen des Klinikums lassen sich nach Bedarf hinzuziehen. Telemedizinische Betriebsabläufe, Algorithmen und Prozesse konnten bereits aus der Erprobungsphase in den Routinebetrieb übergehen.
Ausweitung der Einsatzgebiete
Das Klinikum fokussierte sich zunächst auf die Behandlung von Mitarbeitern auf Offshore-Windparkanlagen und Ölplattformen, die keine Möglichkeit eines direkten Zugangs zu medizinischer Versorgung haben. Das Ziel ist eine zeitnahe Ausweitung der Telemedizin auf weitere Einsatzgebiete. Menschen ohne einen räumlich oder zeitlich direkten Zugang zu fachärztlicher oder auch notfallmedizinischer Versorgung stehen bei dieser Ausweitung im Fokus.
Begründung der Jury
Das Projekt zeigt, wie eine effektive und sehr schnelle fachärztliche Versorgung in strukturschwachen Gebieten durch Telemedizin funktioniert. Mit fachärztlichen Callcentern, hochwertiger Telemedizin und lokalen Sanitätern oder Allgemeinmedizinern versorgen die Partner Windparks und Ölplattformen in der Nordsee. Da diese außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone liegen, konnte das Klinikum und sein Partner, IQ.medworks, ein Konzept losgelöst von den Fesseln des Verordnungswerks der Sozialgesetzbücher entwickeln – ein Vorteil, den sie konsequent im Sinne der Sache nutzten. Was entstand, dient als Leuchtturm und Blaupause für Lösungen, die vielen schwer erkrankten auch auf dem Lande sehr nützen können.
Preisträger in der Kategorie Wissenschaft
In der Kategorie Wissenschaft, für die ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro vergeben wird, befand die Jury außerdem drei Arbeiten für gleichermaßen preiswürdig. Ausgezeichnet wurden:
- Leonie Sundmacher von der Ludwig Maximilians-Universität München für "Qualitätsmessung in empirischen Netzwerken”
- Neeltje van den Berg von der Uniklinik Greifswald für "Telefon- und SMS-basiertes telemedizinisches Konzept für Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen”
- Jochen Gensichen und Konrad Schmidt von der Uniklinik Jena für "Vernetzung von Hausarzt, Rehabilitation und Intensivmedizin verbessert die Nachsorge von Patienten nach intensivmedizinischer Versorgung”




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