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InnovationenDrei Projekte mit Preis für Gesundheitsnetzwerker ausgezeichnet

Der Preis für Gesundheitsnetzwerker wurde am 16.3.2021 an drei Projekte verliehen. M.doc GmbH, die Universitätsmedizin Göttingen und die Bocahealthcare GmbH wurden ausgezeichnet.

Preisverleihung
Pauchi/stock.adobe.com

Symbolfoto

Der Preis für Gesundheitsnetzwerker geht in diesem Jahr an drei Projekte: Ausgezeichnet werden die m.doc GmbH, die Universitätsmedizin Göttingen und die Bocahealthcare GmbH. Der mit insgesamt 20 000 Euro dotierte Preis wurde am 16. März 2021 zum Auftakt des Kongresses für Gesundheitsnetzwerker verliehen – erstmals virtuell. Von allen Einreichungen waren zehn innovative Projekte zur Förderung der Vernetzung im Gesundheitswesen auf der Shortlist nominiert.

Hauptpreis geht an das Projekt Louisa der m.Doc GmbH

Mit dem Hauptpreis wird das Projekt Louisa der m.Doc GmbH, Köln, geehrt: eine modular aufgebaute App für junge Krebspatienten und ihre Angehörigen. Die App mit Schnittstelle zum KIS digitalisiert den gesamten Behandlungspfad, bündelt alle Informationen und ermöglicht auch die Unterstützung zu Hause. Integriert sind Messenger, Videovisite und Patiententagebücher. Eine Besonderheit ist der kindgerechte Aufbau der Anwendung. Das Projekt wurde zunächst an einer kleinen Patientengruppe der Kinderklinik der Universitätsmedizin Essen erprobt und soll bei Erfolg auf die gesamte Kinderklinik ausgeweitet werden.

Jurybegründung: Die Lösung schafft Strukturen in besonders schwierigen Situationen für alle Beteiligten. Dies ist besonders wichtig, da bei einer Behandlung von Kindern auch die Angehörigen betroffen sind. Die App stellt Informationen nachvollziehbar dar und ermöglicht eine kindgerechte Ansprache durch adressatengerechte Kommunikation.

Zweiter Preis geht an die Universitätsmedizin Göttingen

Einen der beiden zweiten Preise erhält die Universitätsmedizin Göttingen für ihr Projekt Optinofa, einen intelligenten Assistenzdienst zur sektorenübergreifenden Triage in der Notfallversorgung. Optinofa ermöglicht per Tablet die strukturierte Zuordnung zur erforderlichen Versorgungsstufe im ambulanten oder stationären Sektor, wobei sowohl Algorithmen als auch künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. 

Jurybegründung: Das Projekt zeichnet sich im besonderen Maße durch eine vernetzte und sektorenübergreifende Versorgung aus. Es wird ein Grundproblem der nicht adäquaten Inanspruchnahme der Notfallversorgung adressiert. Die Jury hebt hervor, dass durch das System eine Qualitätsbewertung ermöglicht wird, die Ärzte qualitätsgesichert bei der nicht immer einfachen Entscheidung unterstützt.

Zusätzlicher zweiter Preis geht an das Start-up Bocahealth GmbH

Ebenfalls für den zweiten Platz konnte sich das Start-up Bocahealth GmbH durchsetzen, das eine portable Lösung zum Flüssigkeitsmanagement entwickelt hat. Mit Bocahealth steht erstmals eine portable Lösung für die genaue Kontrolle des Flüssigkeitshaushalts zur Verfügung. Über Bioimpedanzanalysator, tragbare Elektroden und Smartphone-App wird mittels proprietärem KI-Algorithmus der Flüssigkeitshaushalt der Patienten überwacht.

Jurybegründung: Das Projekt trifft ein zentrales medizinisches Versorgungs- und Pflegeproblem von chronisch kranken Hochrisikopatienten in der häuslichen Versorgung. Ein nicht adäquates Management der Körperflüssigkeiten ist einer der Hauptfaktoren, die zum Tode führen können. Das Projekt schafft den Sprung von der analogen in die digitale Welt. Die Waage wird durch digitale und mit KI gepaarte Überwachungsmöglichkeiten ersetzt. In der Folge werden Krankenhauseinweisungen verhindert und die Sterblichkeit reduziert. Die Jury hebt die umfangreiche diagnostische Verbesserung hervor, die durch den technologischen Fortschritt eine kontinuierliche Messung ermöglicht und somit insbesondere für ältere Patienten eine Hilfe darstellt.

Jurymitglieder kommen aus dem Gesundheitswesen

Der mit insgesamt 20 000 Euro dotierte Preis für Gesundheitsnetzwerker wurde 2021 zum zehnten Mal vergeben. Bewerben konnten sich Vertreter unterschiedlichster Disziplinen, die Konzepte zu aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen entwickeln oder bereits erfolgreich umsetzen. Die Mitglieder der sechsköpfigen Jury kommen – ganz im Sinne des Netzwerkgedankens – aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens, um die Einreichungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Vorsitzende ist Gudrun Schaich-Walch (Staatssekretärin a. D.). Die Jury wird außerdem ergänz durch Dr. Susanne Eble, M. A. (Berlin-Chemie AG), Prof. Alexander P. F. Ehlers (Ehlers, Ehlers & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft mbB), Prof. Volker Amelung (Bundesverband Managed Care e. V.), Marek Rydzewski (AOK Nordost – Die Gesundheitskasse) und Dr. Thomas Schang (Agentur deutscher Arztnetze e. V.).

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