Dietrich Paravicini eröffnete die Runde mit einer grundlegenden Feststellung: "Da die Ökonomie die Ethik nicht ablösen kann, ist ein Ausgleich zu suchen." Vom Gebot der hochwertigen Patientenversorgung lassen sich vernünftige Kriterien ableiten, bemerkte Michael Weber, Vizepräsident des Verbandes Leitender Krankenhausärzte (VLK) und empfahl eine ausgewogene Mischung aus Qualitätskriterien der stationären Patientenversorgung, der Mitarbeiterführung, beispielsweise bei Aus- und Weiterbildung, der Prozess- und Strukturkosten sowie der Versorgungsleistungen des jeweiligen Krankenhauses. Bernd Klinge, Chefarzt an der Helios-Klinik Sangerhausen, betonte, dass die Kriterien für Zielvereinbarungen transparent und unter Interessensausgleich erstellt werden könnten. "Es ist normal, Zielvereinbarungen zu haben. Und das seit gut zehn Jahren. Von inakzeptabel gestalteten Einzelfällen abgesehen, möglichweise auch Ausdruck eines längst akzeptierten Weges."
Das Thema bewegt die Kliniken
Zielvereinbarungen für Chefarzten sind seit dem Transplantations-Skandal an der Uniklinik Göttingen in der Kritik. Die kma hatte daraufhin im Artikel "Eine Branche wacht auf" detailliert über sinnvolle und schädliche Zielvereinbarungen für Chefärzte berichtet. Das sensible Thema bewegt die Kliniken, schließlich geht es um ihre Galionsfiguren. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat mittlerweile ihr Vertragsmuster für Chefarztverträge weiterentwickelt. In der Diskussionsrunde auf dem Krankenhaustag bilanzierte der Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Bernhard Rochell: "Sie können Zielvereinbarungen unterschreiben. Nur keine anstößigen."
Der Deutsche Krankenhaustag wurde zum dreizehnten Mal im Rahmen der Düsseldorfer Medizinmesse Medica organisiert. Im Zentrum der Veranstaltung stand neben den Zielvereinbarungen — wie die Jahre zuvor — die Weiterentwicklung des deutschen Fallpauschalensystems.


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