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Uniklinikum DüsseldorfGezielte Teamentwicklung gegen Teamfrust








Standesdünkel gibt es nicht

Zuvor sei das Team jahrelang auseinandergedriftet, „es gab nicht viel Miteinander“, sagt Pflegedirektor und UKD-Vorstand Torsten Rantzsch, der das Projekt aus seinem Etat finanziert hat: „Der Schlüssel zum Erfolg ist die Erkenntnis von Pflege und Medizin, eine gemeinsame Aufgabe zu haben.“ Das spüren auch die Patienten, betont Neurochirurg Vesper: „Sie merken, dass hier etwas anders läuft, und sagen auch, dass sie sich gut aufgehoben fühlen.“ Durch den Schulterschluss der zwei Disziplinen werden Fragen schnell geklärt, die ZN 24 profitiert von kurzen Wegen. Zudem darf auf Station jeder jeden ansprechen, Standesdünkel gibt es nicht – das ist nicht überall so in deutschen Krankenhäusern.

Gut Ding will Weile haben

Um das zu erreichen, hat es fast zwei Jahre gebraucht. Eine Zeit, in der Hösen, Vesper und Schnitzler auch viele Fortbildungen für das Pflegeteam organisiert haben. Teilweise fanden wöchentlich neurologische Schulungen statt. „Das Ziel ist ein gewisses Grundniveau für alle, jeder muss alles können“, sagt Hösen. Dabei sei das Interesse immer beidseitig. Die Ärzte hätten für die Schulungen viel Zeit investiert, und die Pflegekräfte hätten durch dieses Engagement gemerkt, dass es allen ernst ist, und deshalb gern teilgenommen: „Das motiviert alle.“

Mittlerweile werden gezielt Spezialfortbildungen angeboten, etwa zur Pain Nurse oder zur Parkinson Nurse. Das schafft Perspektiven und stärkt das Team-Gefühl, erklärt Vesper: „Wir motivieren die Kollegen ganz bewusst, sich zu spezialisieren und Verantwortung zu übernehmen.“ Grundsätzlich ist auf der ZN 24 jeder über jeden im Bilde, Transparenz wird großgeschrieben. „Wir sehen es sehr gerne, dass Ärzte und Pflegekräfte wieder zusammenkommen“, betont Schnitzler.

Bewerber stehen Schlange

Das Ergebnis hat ihn und Jan Vesper längst überzeugt. Nicht nur habe sich die Krankheitsquote, die zeitweise bis zu elf Prozent betrug, drastisch gesenkt. Die ZN 24 sei „so attraktiv geworden, dass die Bewerber jetzt Schlange stehen“, sagt Schnitzler, der auch im UKD-Aufsichtsrat sitzt: „Gemessen am Output war es das Engagement auf jeden Fall wert.“ Dieser Erfolg spricht sich rum, andere haben bereits Interesse angemeldet. Deshalb soll das Modell auf weiteren Stationen des UKD zum Einsatz kommen. „Aber wir werden es den Kliniken nicht überstülpen“, betont Torsten Rantzsch: „Das muss aus den Teams heraus kommen.“ Ohnehin gehe die Rechnung nur auf, „wenn alle mitziehen“, erklärt Markus Kessel, der die ZN 24 als Projektmanager der Pflegedirektion begleitet hat. Und auch Ulrike Ambrosy warnt vor allzu großen Erwartungen: „Die Situation ist in jedem Krankenhaus und auf jeder Station anders, und ein Erfolg der Teamentwicklung hängt stark von den Persönlichkeiten ab.“

Für Antonino Hösen ist das Projekt noch längst nicht abgeschlossen. Er arbeitet weiter daran, die Abläufe auf seiner Station in Haus 4 des Zentrums für operative Medizin II (ZOM) zu verbessern. Eine Magnettafel mit kleinen Fotos der Pflegekräfte zeigt neuerdings, wer für welche der 16 Zimmer auf den zwei Fluren verantwortlich ist. Sie machen jetzt Bereichspflege, drei Bereiche in der Frühschicht, zwei in der Spätschicht. Die Farben Rot, Blau und Grün kennzeichnen die Bereiche, und die finden sich auch an den Pflegewagen wieder. Als Hösen an der großen Übersicht mit den Portraits aller Kollegen vorbeigeht, die am Eingang zur Station hängt, kann er noch einmal zeigen, was er zuvor schon erwähnt hatte: „Auch die Altersmischung im Team stimmt.“ Das klingt stolz. Für Hösen ist ohnehin die ZN 24 der wahre Star.















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