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Studium E-Health

„Ich hatte mir das einfacher vorgestellt“

Sich schon in der Ausbildung für das Thema E-Health zu spezialisieren, scheint eine gute Entscheidung zu sein. Zwei Hochschulen in Deutschland bieten Studiengänge an, die es explizit im Namen tragen. Absolvent Jan Malte Kratt hat es anschließend gut getroffen.

Jan-Malte Kratt

privat

Jan-Malte Kratt hat E-Health studiert und damit einen guten Baustein für seine Karriere gelegt.

Das Projektsemester hatte es für Jan Malte Kratt von Anfang an in sich. Im Rahmen seines eHealth-Master-Studiums an der Hochschule Flensburg kam er im September 2015 zum Klinikkonzern Asklepios in Hamburg. Als der heute 27-Jährige als Praktikant bei der Tochtergesellschaft As­klepios Service IT GmbH einstieg, stand das Thema elektronische Patientenakte hoch im Kurs. Kratt brachte sein Wissen aus den ersten zwei Theoriesemestern in Flensburg ein und bewährte sich als Projektassistent. Mehr und mehr war sein Einsatz dann auch im Projekt „NewKIS“ gefragt, mit dem der Klinikriese alle seine 42 Krankenhäuser außerhalb der Hansestadt auf ein einheitliches Krankenhausinformationssystem umstellte. Während 26 Häuser bereits mit ORBIS von Agfa HealthCare arbeiteten, musste das System noch in 16 Kliniken eingeführt werden.

Von der Theorie in die Praxis

Kratt unterstützte den Projektmanager, präsentierte das Programm in den Häusern, nahm Stammdaten auf und schulte das Personal. Dabei galt es vor allem, Akzeptanz für die Umstellung zu erreichen. Die einzelnen Klinikteams waren eher dezentrales Arbeiten gewohnt und nicht immer leicht zu überzeugen. „Ich hatte mir das etwas einfacher vorgestellt“, gibt Kratt zu, der bei seinen Einsätzen oft ins kalte Wasser geworfen wurde. „Mir war nicht so bewusst, wie oft Einzelne überzeugt werden müssen, damit ein Projekt rund läuft.“ Das sei zwar auch im Studium Thema gewesen, „aber das war eben theoretisch“, sagt Kratt. Trotzdem rückte er schon als Werkstudent in die Position eines Projektkoordinators.

Als Asklepios das Klinikum Uckermark als letztes Haus auf ORBIS umstellte, war Kratt der operative Leiter und koordinierte im brandenburgischen Schwedt bei Berlin die Arbeit mit seinen Kollegen und dem Lieferanten Agfa. „Ich hatte immer einen erfahrenen Projektmanager im Rücken, bei dem ich mich bei heiklen Entscheidungen rückversichern konnte. Aber die Verantwortung war hoch, und das ist für einen Berufsanfänger nicht selbstverständlich.“

Im Team an Lösungen feilen

Der 27-Jährige hat sich schon als BWL-Student in Flensburg auf Krankenhaus-Management spezialisiert und anschließend den viersemestrigen eHealth-Master draufgesattelt. Den hat er im Dezember 2016 abgeschlossen und dann direkt bei der Service IT GmbH weitergemacht. Die Gesellschaft übernimmt den IT-Support für alle Asklepios-Häuser außerhalb Hamburgs. Kratt gehört zum KIS-Kompetenzcenter, das für eines der größten Projekte im Asklepios-Verbund steht. Dabei liege sein Fokus auf der Weiterentwicklung der Applikation, sagt der Schleswig-Holsteiner. Gerade wird an einem Blueprint-Verfahren gefeilt, das Kernprozesse festlegt und als Vorlage bei Umstellungen in anderen Asklepios-Häusern dient. „Wir treiben den Standardisierungsprozess voran“, beschreibt Kratt.

Nach dem Infektionsmanagement widme sich das Team jetzt den OP-Prozessen, und auch einheitliche Arztbriefe für alle Asklepios-Häuser und standardisierte Formulare sollen folgen. Personalverantwortung tragen? Kratt ist das nicht so wichtig. Operative Themen liegen ihm mehr, sagt er. Perspektivisch würde er gerne weitere interessante IT-Projekte übernehmen und dafür auch wieder reisen wie zuletzt in den Harz und nach Gauting bei München. Grundsätzlich aber liege ihm die Arbeit von Hamburg aus. Am meisten Spaß habe er, wenn er im Team an Lösungen feile, welche die Anwender im Alltag unterstützen, sagt Kratt – „und wenn wir dafür dann auch noch wertgeschätzt werden“.    

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