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Gesundheitskongress des WestensIm Herzen der Qualitätsdebatte

Muss gute Qualität teuer sein? Was nutzt ein Qualitätsinstitut? Ja, es geht auf dem Gesundheitskongress des Westens am 25. und 26. März in Köln vor allem um Qualität – aber auch um Themen wie betriebliches Gesundheitsmanagement, die Digitalisierung der Gesundheitsbranche, Personalführung und -management. Ein Interview mit Veranstalterin Ingrid Völker.

Qualität steht auf dem Gesundheitskongress des Westens im Mittelpunkt. Haben Sie bei Referenten und Teilnehmern über die Jahre eine Bewusstseinsänderung festgestellt?
Ja, Qualität ist ins Zentrum der Bemühungen gerückt. Das zeigt gerade auch der Koalitionsvertrag. Fast 40 Jahre standen die Gesundheitsreformen in Deutschland unter dem Leitprinzip der Kostendämpfung. Längst ist die reine Kostendämpfungspolitik an ihre Grenzen gestoßen, will sie die Versorgungsqualität für die Patienten nicht gefährden. Das deutsche Gesundheitssystem genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren auch immer deutlicher, dass ein Richtungswechsel zu mehr Qualität und Patientenorientierung notwendig ist. Damit ist eine Bewusstseinsänderung mit einem Wandel zu einer stärkeren Qualitätsorientierung einhergegangen.

In der Eröffnungsveranstaltung – Titel "Gute Medizin – eine Frage des Geldes?" – sind die Diskutanten interessant gemischt ...
Ich freue mich, dass so herausragende Diskutanten gewonnen werden konnten. Eugen Münch als Gründer des Rhön Klinikums hat als erster gezeigt, wie man als privater Unternehmer im Krankenhausbereich durch kluge Organisation bei geringeren Kosten zu einer hohen Qualität der Gesundheitsversorgung kommen kann. Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Uniklinikums Heidelberg, die gerade zur Managerin des Jahres gewählt wurde, ist bekannt dafür, Dinge in die Tat umzusetzen und dabei dem Kooperationsprinzip eine wichtige Rolle zu geben. Staatssekretär Karl-Josef Laumann, der frühere Gesundheitsminister von NRW, stellt sich als heutiger Patientenbeauftragter der Bundesregierung ganz nachhaltig auf die Seite der Patienten. Eine so reiche Gesellschaft wie die deutsche, meint er, muss Gesundheit für alle ermöglichen, ohne primär finanzielle Begrenzungen im Sinn zu haben. Professor Eckhard Nagel hat sich als Mitglied der Ethikkommission mit der Frage der gerechten Verteilung von Mitteln befasst und ist zu der Auffassung gelangt, dass bei begrenzten Mitteln gegebenenfalls über eine Priorisierung nachgedacht werden müsse. Professor Wolfgang Greiner, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses, Gesundheitsökonom, Mitglied des Sachverständigenrats, bürgt – wie in den Vorjahren – für eine hochklassige Diskussionsleitung dieser Eröffnungsveranstaltung.

Für den gesundheitspolitisch Interessierten lohnt sich Ihr Kongress ganz sicher: Er erfährt viel über den aktuellen Stand der Qualitätsdebatte. Aber welche Relevanz hat Ihr Kongress für die tägliche Arbeit etwa einer Krankenhausgeschäftsführerin oder Pflegedirektorin?
Die Qualitätsdebatte zielt ja ganz direkt auf die Praxis. Dies zeigt sich nachdrücklich etwa dann, wenn in einer Klinik multiresistente Keime auftreten. Davon kann ja die Existenz eines Hauses abhängen. Aber auch andere Themen beim Kongress zielen direkt auf die Praxis, so die Themen Personalführung und -management, die Gewinnung von Mitarbeitern, die Digitalisierung des Healthcare-Sektors und große Bauvorhaben.

Mehr Info: www.gesundheitskongress-des-westens.de

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