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Klinikum Ernst von Bergmann PotsdamImage aufpoliert, Ertrag gesteigert

Man muss nicht Rhön, Helios oder Sana sein, um einen Klinikbetrieb so zu vernetzen, dass er die ganze Wertschöpfungskette abbildet. Das Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam zeigt, wie es geht. Das kommunale Klinikum konkurriert zusehends erfolgreich mit der mächtigen Berliner Charité.

Wandel eines Bezirkskrankenhauses zum Gesundheitspark”, so nennt Steffen Grebner, seit 2007 Geschäftsführer des Klinikums Ernst von Bergmann, die Entwicklung seiner Klinik. Seit 2006 haben sich die Erlöse um fast 30 Prozent gesteigert, und es sind 500 neue Arbeitsplätze entstanden. Das Eigenkapital stieg von 71 auf 84 Millionen Euro. Wie hat die kommunale Klinik, die 2006 kurz vor der Privatisierung stand, diesen Wandel geschafft? Zum Einen hat Grebner auf Vernetzung mit dem ambulanten Sektor gesetzt: Von Vorteil dafür war, dass dem Klinikum eine Poliklinik mit 25 Kassensitzen gehörte. Neben die Poliklinik hat Grebner allerdings noch ein Ärztehaus gesetzt. Heute sind Ärztehaus und Poliklinik nach der Notaufnahme der zweitgrößte Einweiser mit 2.500 Einweisungen pro Jahr. "Das sind Fälle, die wir vorher in diesem Umfang nicht hatten”, sagt Grebner.

Auf dem Weg zum großen Player
Die Vernetzung ist jedoch nur ein Erfolgsfaktor. Durch eine Investition von insgesamt 120 Millionen Euro ist aus einem biederen kommunalen Klinikum ein Unternehmen geworden, das die gesamte Wertschöpfungskette der Krankenversorgung anbietet – vom Gesundheitscheck über die Klinikbehandlung bis hin zur ambulanten Reha. Zudem hat Grebner neue Fächer wie die plastische, die MKG- und Neuro-Chirurgie eröffnet. Hinzu kommen ab dem nächsten Jahr die Geriatrie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie. "Insgesamt”, konstatiert er, "haben wir mittlerweile einen herausragenden Ruf über Potsdam hinaus.” Dazu trägt auch eine neue Privatstation bei, die im achten Stock mit direktem Blick auf das Neue Palais im Potsdamer Schlossgarten lockt. "Früher sind Patienten im Zweifel in die Charité nach Berlin gefahren. Heute kommen Patienten aus Berlin zu uns”, erklärt Grebner. Er will mit Leistungen auf universitärem Niveau und einem guten Image den Berliner Branchengrößen Charité und Vivantes Konkurrenz machen. "Potsdam hat 160.000 Einwohner, allein im Berliner Stadtteil Steglitz wohnen über 200.000”, bemerkt er. Gerade deshalb sieht Grebner in diesem Bereich ein Wachstumspotenzial für die Zukunft. Die Erfolgsgeschichte des Klinikums Ernst von Bergmann gilt mittlerweile als Beispiel dafür, dass Unikliniken sich zusehends gegen die Konkurrenz von gut aufgestellten Maximalversorgern wappnen müssen.

So soll das Wachstum weitergehen
Zeit zum Durchatmen gibt es in der Potsdamer Chefetage jedoch kaum. Die nächsten Projekte sind schon im Gang: Im Mai werden die Potsdamer das Klinikum Bad Belzig, ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 140 Betten, von den Johannitern erwerben, und in den kommenden Jahren sollen vor allem Naturheilverfahren das Portfolio der kommunalen Klinik erweitern. "Wir sind gerade in der Planungsphase, im nächsten Jahr beginnt der Aufbau des Bereichs Komplementärmedizin, ergänzend zur Schulmedizin”, kündigt Grebner an.

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