Das führt im Wahljahr zu kurzfristigen Erfolgen, langfristig beeinflusst es womöglich unglücklich die Stimmung. Schon andere Gruppen mussten erleben, dass sie sich selbst zu schlecht geredet haben. So waren die Chirurgen überrascht, als nur noch acht Prozent des medizinischen Nachwuchses das einst bedeutendste und größte Fach der Medizin erlernen wollten. Aktuelle Zahlen belegen: Die Hausärzte schaffen es trefflich, ihr Berufsbild so darzustellen, dass der Nachwuchs in komfortabler Situation nach Alternativen sucht. 50 Prozent der Studienanfänger könnten sich vorstellen, in einer eigenen Praxis zu arbeiten. Am Ende des Studiums sind es noch 25 Prozent, bei erfolgreichem Bestehen der Facharztweiterbildung gerade noch 10 Prozent. Interessenvertretung ist wichtig, Krankenhäuser bedürfen tatsächlich der Unterstützung, gelegentlich ist weniger mehr.
Medizinisches Wissen verdoppelt sich in zweieinhalb Jahren. Für die IT ist dies ein Schneckentempo. Nach großen Anlaufschwierigkeiten ist die IT im Krankenhaus angekommen. Jedem ökonomisch Verantwortlichen sind Begriffe wie Kis, Lis, Pacs zur Umgangssprache geworden. Völlig anders verlaufen Gespräche mit Krankenpflegekräften und Physiotherapeuten zum selben Thema. Die Frage nach verbesserten Arbeitsabläufen, dem Vermeiden von Doppeldokumentationen und dem Hintergrund mobiler Visiten-IT wird nicht selten damit beantwortet, die Pflegedirektion hätte eine Arbeitsgruppe zur mittelfristigen Entwicklung der digitalen Fieberkurve eingesetzt, Ergebnisse wären noch nicht bekannt.
Während die Spitzen der nichtärztlichen Gesundheitsberufe über Modellversuche der Bundesregierung und über die Empfehlung des Wissenschaftsrates zur hochschulischen Qualifikationen der Gesundheitsfachberufe jubilieren, findet der Alltag auf der Krankenstation häufig im IT-freien Raum statt. Patientendatenmanagementsysteme, digitale Krankenakten, IT-gestützte Medikamentengaben gehören schlicht in den medizinischen Alltag; Krankenpflegekräfte, technische Assistenten und Therapeuten gestalten moderne Abläufe gern mit, wenn sie einbezogen werden.
Im Mittelpunkt der April-Ausgabe der kma stehen Innovationen der Conhit. Als Messeteilnehmer von Morgen wünsche ich mir das ganz normale multiprofessionelle Stationsteam.


Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen