ECM, Enterprise Content Management, zielt in Krankenhäusern auf sämtliche Arbeitsabläufe im Kontext geschäftsrelevanter Informationen. Hierzu zählt das Generieren, Verfügbarmachen, Pflegen, Austauschen und fristenkonforme sichere Archivieren dieser Unterlagen. Dabei ermöglicht die Orientierung des digitalen Enterprise Content Managements an Standards und an IHE-Profilen nachhaltige Strategien für die technologische Unterstützung effizienter, medienbruchfreier Workflows in Krankenhäusern. 50 Fachleute trafen sich im April im Klinikum Stuttgart, um den Stand der Entwicklung von ECM-Systemen in Richtung IHE aufzunehmen und langfristige Weiterentwicklungsempfehlungen zu adressieren. Ralf-Michael Schmitz, Geschäftsführer des gastgebenden Hauses und Präsidiumsmitglied des VKD - Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V., begrüßte die Teilnehmer; Peter Löbus, Geschäftsführer Gesundheitspolitik AMEOS Sachsen-Anhalt, 1. Vizepräsident des VKD und Sprecher des IuiG-Initiativ-Rates der Entscheiderfabrik, unterstrich in seiner Keynote die maßgebenden Vorteile der IHE-Orientierung zur Schaffung interoperabler Technologieplattformen für den Austausch von Patienteninformationen auch innerhalb von Verbünden sowie auf intersektoraler Ebene. – Als Moderator agierte BVMI-Präsident Carl Dujat, Feedbackgeber war Paul Schmücker, 1. Vizepräsident der GMDS.
Präsentationen aktueller Projekte
Den Showcase der Projektpräsentationen eröffnete Gerhard Härdter, Leiter Service Center MIT am Klinikum Stuttgart, gemeinsam mit Philipp Massier, Projektleiter u. a. für RIS/PACS. Der Leistungserbringer richtete ein digitales Universalarchiv ein und sichert dessen Interoperabilität durch die Anlehnung an IHE. Die IHE-konforme Patientenakte wird durch ein beweis-/rechtssicheren Archiv ergänzt: Sämtliche klinisch und administrativ relevanten Dokumente und Bilder werden in eine IHE-konforme Form gebracht und in einem wiederum IHE-konformen Elektronische Patientenakte / Archiv abgelegt. Somit ist das Klinikum „Herr über seine Daten” und sichert die Zukunftssicherheit seiner Investitionen, fasste Härdter zusammen. Zielkonstellation ist ein IHE-konformer Enterprise Bus – „Ready for Cross- Enterprise Health Information Exchange” – gekoppelt an ein den Gesetzesvorgaben genügendes Archiv.
Patrick Westermann, Regionalleiter IT Nord FAC’T IT und IT-Leiter, St. Joseph Stift Bremen, nannte die Schaffung eines einheitlichen Kommunikations- und Dokumentationsbasis als Strategie des Verbundes. Wie im Klinikum Stuttgart soll eine IHE-konforme Akte mit dem DMS und dem Archiv effizient verbunden werden; als Hebel dient hierfür ein EFA- Tumorprojekt im Rheinland. Ein IHE-konformer Krankenhaus-Enterprise-Bus plus ein den Gesetzesvorgaben genügendes Archiv bilden auch hier die Zielsetzung.
Bei Vivantes arbeitet man ebenfalls auf dieses Ziel von Enterprise Bus und Archiv hin; Ausschreibungen für alle Häuser laufen. Grundlage des Projekts ist laut Gunther Nolte, Ressortleiter IT/TK, dass der Verbund ebenfalls „Herr seiner Daten” werden und Zukunftssicherheit für seine Investitionen erreichen möchte. Die Erreichbarkeit des Ziels hat man in Berlin durch ein Proof of Concept nachgewiesen. Auf dem Weg von der Produktearchitektur zur Dienstearchitektur entkoppelte man drei Ebenen: User Interface, Business Logik und Repository.
Das Universitätsklinikum Frankfurt richtet ein System mit klassischem DMS und Archiv ein, berichtete Martin Overath, Dezernent, DICT (Department Information-/Communication Technology). Erreicht werden sollte durch ein digitales Universalarchiv auch hier die anwendungsübergreifende elektronische Archivierung und eine Unterstützung des Workflows. Man verfolgt in Frankfurt die Entwicklungen bei IHE und will mit den Industriepartnern eine Zielarchitektur aufstellen, die die Vollständigkeit der Patientenakten sowie die Interoperabilität zwischen Formaten und Applikationen sichert. Datenhoheit ist das übergreifende Ziel.
Ähnlich wie in Stuttgart soll für die Gesundheitsdatenbank Niedersachsen eine IHE-konforme Patientenakte mit einem Archiv effizient verknüpft werden, erläuterte Dr. Markus Wagner. Die „GD-Bank” stellt Leistungserbringern und Patienten in der Region Braunschweig eine elektronische Patientenakte zur Verfügung. Auf lange Sicht soll dieses Angebot dem gesamten Bundesland verfügbar gemacht werden. Ein einrichtungsübergreifender Enterprise Bus mit IHE Registry, IHE Repository und MPI-Generator ist aufgebaut und befindet sich im Rollout.
Eine IHE-konforme Akte plus Archiv will man ferner im Spital Netz Bern umsetzen, vor dem Hintergrund einer IT-Konsolidierung nach der Fusion mehrerer Häuser 2007. In Bern wurden ein zentrales DMS und ein Archiv eingeführt; man strebt laut Peter Gerber, Gesamtleiter Informatik, beim Thema Enterprise Bus plus Archiv jedoch IHE-Konformität nur so weit wie nötig an. Als zentrale Bedürfnisse, auf die man durch diese Entwicklungen besser antworten kann, betrachtet man Patientenzufriedenheit, die Einbindung zuweisender Ärzte, Effizienzsteigerung und Optimierung unter DRG sowie die Stärkung des Images. Die Zielsetzungen im Klinikum Ingolstadt erscheinen ähnlich: Ein klassisches DMS und ein Archiv wurden eingeführt, um Papier zu vermeiden und den Workflow zu unterstützen. Bezüglich IHE „bleiben die Ingolstädter am Ball”: mit seinen Partnern diskutiert das Haus IHE Registry, IHE Repository und MPI-Generator und strebt nach einer geeigneten Zielarchitektur, sagte IT-Leiter Thomas Kleemann. „ECM-Systeme und IHE”: Die dritte Fachgruppe der Entscheiderfabrik neben 1. IT Benchmarking und 2. Datenschutz Benchmarking. Wurden die beiden ersten Fachgruppen noch rein von der Krankenhaus Unternehmensführung initiiert, so waren bei der Fachgruppe „ECM-Systeme


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