Georg Thieme Verlag KG

PatientenbriefeLohfert-Preis 2022 ehrt Patient Empowerment-Projekt

Der mit 20 000 Euro dotierte Lohfert-Preis geht 2022 an „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt“. Das gemeinsame Projekt von „Was hab‘ ich?“ und der Technischen Universität Dresden will zur Steigerung von Gesundheitskompetenz beitragen.

Patientenbrief
Amac Garbe/„Was hab‘ ich?“ GmbH

Das durch Ansgar Jonietz initiierte Projekt „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt" erhält den Lohfert-Preis 2022.

Patientenorientiert, digital, innovativ. Das Projekt „Patientenbriefe nach stationärem Aufenthalt“ überzeugte die Jury. Dr. Andreas Tecklenburg, Jury-Sprecher: „Mit Unterstützung von artifizieller Intelligenz entsteht hier ein patientengerechter Brief, der den Patienten oder die Patientin sehr umfangreich aufklärt, was er oder sie eigentlich hatte und was gemacht worden ist. Das Projekt verbindet vieles, was der Christoph Lohfert Stiftung wichtig ist: Es füllt die Ausschreibungsaspekte „Erreichbarkeit, Aufklärung und Beteiligung“ durch Patientenorientierung und Empowerment mit Leben. Es ist digital, innovativ und wissenschaftlich ordentlich evaluiert. Das hätte auch dem Stifter Dr. Christoph Lohfert sehr gut gefallen.“

Knapp 60 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen haben eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz. Dagegen arbeitet das Projekt der „Was hab‘ ich?“ gemeinnützige GmbH und der Herzzentrum Dresden GmbH Universitätsklinik sowie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität (TU) Dresden an.

Verstehbare Patientenbriefe

Leicht verständliche Patientenbriefe können den Patient*innen und ihren Angehörigen das Verständnis für die relevanten Entlassinformationen erleichtern und sie zur Beteiligung an Gesundheitsentscheidungen sowie zu gesundheitsförderlichen Verhalten befähigen. Im Rahmen des Projekts wurde eine digital unterstützte, skalierbare Lösung gefunden, die voll-automatisch leicht verständliche, individuelle Entlassungsbriefe erstellt und eine einfache Übernahme in das Entlassmanagement jeder Klinik erlaubt.

Initiiert durch Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer der „Was hab‘ ich?“ gGmbH und Preisträger des Thieme Management Awards 2016, fand die Erprobung der automatisiert erstellten Patientenbriefe am Herzzentrum Dresden statt. Die Wirkung der Intervention wurde in Zusammenarbeit mit dem Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden evaluiert. Mehr als dreieinhalb Jahre förderte der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses das Projekt. So empfiehlt der Innovationsausschuss beim G-BA, dass Patientenbriefe Teil der Regelversorgung werden.

Lobende Erwähnungen

Die Jury fand ebenso lobende Worte für folgende Projekte:

  1. Gesundheitsfachkräfte im Quartier – Bremen & Bremerhaven. Ein Projekt der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.
  2. Reziproke Alarmierung (rA) für Ersthelfer-Alarmierungssysteme – App unabhängig. Ein Projekt der Björn Steiger Stiftung Winnenden.

Die Preisverleihung und Vorstellung des Preisträgers findet am 20. September 2022 im Rahmen des Hamburger Gesundheitswirtschaftskongresses statt.

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