Das ist erstaunlich, denn uPA/PAI 1 gibt es länger, er ist sehr viel günstiger, und sein Evidenzgrad ist höher als der von Oncotype DX. Mangelndes Marketing, so die Erklärung der Experten. "Der uPA/PAI 1-Test wurde ökonomisch nicht entwickelt und zu einem zu billigen Preis dem Markt übergeben. Deshalb hat es bis heute keine Marktdurchdringung gegeben”, sagt der Gynäkologe Volker Jacobs, einer der Leiter des Innovationsprojektes der AOK Bayern. Forscher haben den Test an der Universität entwickelt und kein kommerzielles Interesse mit ihm verbunden. Auch das Unternehmen American Diagnostica, das uPA/PAI 1 unter dem Namen Femtelle herstellt und vertreibt, hat den Bekanntheitsgrad des Biomarker nicht sonderlich erhöht. Die Firma, die seit 2009 zur japanischen Sekisui-Gruppe gehört, produziert mit 30 Mitarbeitern in den Staaten und beschäftigt fünf Mitarbeiter in Deutschland, die für den Vertrieb in Europa zuständig sind. Im Mittelpunkt der Produktion stehen rund 200 Produkte aus dem Bereich der Gerinnung, die Brustkrebsdiagnostik stellt dagegen nur einen zarten Nebenzweig dar mit genau einem Produkt – dem uPA/PAI 1-Test. Möglicherweise wird der Zweig kräftiger: Der Umsatz mit Femtelle sei in den letzten Monaten um 5 bis 10 Prozent gestiegen, berichtet Marketingleiterin Claudia Olenik.
In einer früheren Version dieses Artikels stand fälschlicherweise, dass Endopredict ein Produkt von Bayer Healthcare sei, es handelt sich jedoch um einen Biomarker von Sividon.


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