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KlimaschutzMit Klimamanagern zum energiesparenden Krankenhaus

Mit zwei ausgebildeten Klimamanagern hat das Jüdische Krankenhaus Berlin die hohen Anforderungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erfüllt und konnte die Früchte ihrer Arbeit entgegennehmen. Auf dem gestrigen 13. Netzwerktreffen „Klimaschutz im Krankenhaus“ in Berlin sind sie als 47. Leuchtturmprojekt mit dem Gütesiegel „energiesparendes Krankenhaus“ ausgezeichnet worden.

Energiesparen
Andrey Popov/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die beiden vom BUND geleiteten Projekte „Gütesiegel Energie sparendes Krankenhaus“ und „KLIK green“ sollen dazu beitragen, die CO2-Emissionen in Krankenhäusern deutlich zu senken und damit auch die Klimaschutzziele Deutschlands zu unterstützen.

Für Klimaschutz und CO2-Reduzierung gehen auch Beschäftigte im Gesundheitswesen am 20. September in Berlin auf die Straße. Alle Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen in Deutschland sind aufgerufen, in ihren Pausen am 20. September an ihren Einrichtungen ebenfalls ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. Diese Aktionen sind eingebettet in globale Klimastreiks, die alle in der Woche um den 20. September stattfinden.

Mit dem Projekt „KLIK“ wurde von 2014 bis 2016 mit 50 großen Kliniken die angestrebte CO2-Reduzierung um 30 000 Tonnen erreicht. Das Nachfolgeprojekt „KLIK green“ ist gerade angelaufen und wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Darin wird angestrebt, in den kommenden drei Jahren mit 250 großen und kleineren Krankenhäusern und Reha-Kliniken an Bord 100 000 Tonnen Treibhausgas zu vermeiden.Ein Teil des Projekts „KLIK green“ ist die kostenfreie Ausbildung zum Klimamanager für Beschäftigte der Kliniken, die in November beginnt. Anschließend sollen die Klimamanager dann dabei helfen, in interdisziplinären Teams die Klimaschutzmaßnahmen in ihren Häusern umzusetzen. „Klimaschutz kann man nicht alleine, das ist immer Teamarbeit“, erklärt Svenja Künstler vom BUND.

Positive Effekte des Projekts „KLIK green“, so Künstler, seien neben dem Klimaschutz auch die Senkung der Betriebskosten sowie die positive Imagebildung. Dabei wird in diesem Projekt der Fokus nicht nur allein auf die Reduzierung des Energieverbrauchs gelegt, sondern es ist breiter aufgestellt. Neben dem Bereich Energie, sind auch IT, Logistik, Mobilität, Abfallvermeidung und Speisenversorgung mit bei der Planung von Maßnahmen im Blick. „Und das ohne große Investitionen“, betont Künstler. „Man muss nicht viel Geld in die Hand nehmen, darf dies aber natürlich.“

Neben der Qualifizierung der künftigen Klimamanager bietet das Projekt „KLIK green“ außerdem Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen. Bei größeren angedachten Investitionen seien Fachleute auch gerne bereit, sich mit den interessierten Häusern um die Beantragung von Fördermitteln zu kümmern, führt Künstler weiter aus. Die Schulungen und Workshops zur Ausbildung der Klimamanager finden in Berlin, Düsseldorf und Jena statt.

 

In der Oktober-Ausgabe der kma werden wir das Thema „Klimaschutz in Krankenhäusern“ noch näher beleuchten.

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