Erster Gastredner war Uwe Buddrus, Managing Director der Himss Analytics Europe. Viele verbinden mit "Himss" die gleichnamige, weltweit größte Krankenhaus-IT-Messe in den USA. Doch die Organisation mit ihren über 50.000 Mitgliedern beschränkt sich nicht auf die Ausrichtung der Messe, sondern ist mittlerweile ein weltweiter Player, der sich hauptsächlich mit Marktforschung zur Gesundheits-IT positionieren will. In den vergangenen zwei Jahren expandierte die Himss durch Zukäufe auch stark in den europäischen Markt. Am bekanntesten ist hierzulande einer Studie über die IT-Durchdringung in 300 europäischen Krankenhäusern mit einem Benchmarking über den IT-gestützten Medikationsprozess. Hier sind, bis auf wenige Ausnahmen, die deutschen Einrichtungen im hinteren Mittelfeld zu finden.
Beispiele für gutes Medikationsmanagement
Eine dieser Ausnahmen ist die Uniklinik Hamburg Eppendorf (UKE). Auf dem Beraterdialog schilderte Simone Melzer, Apothekerin am UKE, was sich in ihrem Klinikum durch die Reorganisation des Medikationsmanagements verbessert hat: Die klassische Vorgehensweise, dass die Apotheke in den Stationsschrank liefert, gehört im UKE der Vergangenheit an. Die 19 UKE-Apotheker begleiten den kompletten Kreislauf von Verschreibung über Validierung und Bereitstellung bis zur Vergabe an den Patienten mit einem Barcodeabgleich. Martin Smollich von der St. Franziskus Stiftung aus Münster berichtete im Anschluss über die Bündelung logistischer Prozesse, wozu natürlich auch die Medikamentenvergabe gehört. "Von den unerwünschten Ereignissen in der Arzneimitteltherapie sind 60 Prozent Dosierungsfehler und 20 Prozent Kontraindikationen", bemerkte er. Einer der Wege dies zu vermeiden, ist in Münster, den Apotheker bereits beim Aufnahmeprozess zu beteiligen. Die Stiftung hat an ihren acht Standorten damit gute Erfahrungen gemacht.
Plädoyer für Cook & Freeze
Zum Abschuss stellte Jörg Rutschke sich und sein Unternehmen Apetito vor. Rutschke ist Geschäftsführer des Catering-Dienstleisters. Er erklärte, warum er von den drei in den Krankenhäusern am häufigsten vorkommenden Beköstigungsformen Cook & Serve, Cook & Chill und Cook & Freeze, die letztere bevorzugt. Hohe Qualität auf dem Niveau einer Frischküche aber mit deutlich besserem Temperaturverhalten, den geringen Platzbedarf im Haus und die Kostenvorteile durch eine kaum mehr festzustellende Abweichung zwischen Belegungs- und Beköstigungstagen — das sind aus seiner Sicht die Vorteile dieser Methode.
Nach dem Dinner ließen die Gäste den Abend in gemütlicher Runde an der Kamin-Bar ausklingen. Der Beraterdialog ist eine Informations- und Kommunikationsplattformen sowohl für Health Care Consultants als auch für Facility Management Consultants. Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch zu fördern.


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