Studienleiter und Krankenhausexperte Boris Augurzky hat die Studie auf dem Gesundheitskongress des Westens vorgestellt. Die Ergebnisse der Studie lesen Sie hier auf kma-online exklusiv.
Augurzky-Studie: NRW-Kliniken in Zahlen (bitte hier klicken)
Die Studie zeigt, dass in NRW-Kliniken überdurchschnittlich viel gearbeitet wird – so gibt es etwa je Einwohner 25 Prozent mehr Krankenhausfälle als in Baden-Württemberg. Wirtschaftlich stehen die Häuser im bevölkerungsreichsten Bundesland gut da. Verantwortlich dafür ist laut Augurzky auch die Krankenhauslandschaft: Kirchliche Krankenhäuser dominieren die Krankenhauslandschaft in NRW nach wie vor und setzen die vorhandenen Mittel sparsam ein.
Insgesamt gibt es weniger kleine und weniger ländliche Krankenhäuser. „Diese vorteilhafte Krankenhausstruktur führt zu einer überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Lage der nordrheinwestfälischen Krankenhäuser”, resümiert Augurzky. Der „NRW-Effekt” fiele sogar noch größer aus, wenn nach dem Bundes- statt nach dem niedrigeren Landesbasisfallwert (LBFW) abgerechnet würde.
Sparen geht an die Substanz
Allerdings besteht die Gefahr, dass die derzeit gute Lage zu Lasten der Substanz geht und daher langfristig nicht gehalten werden kann. Die Investitionsfähigkeit der Krankenhäuser in NRW ist unterdurchschnittlich: Nur 6,5 Prozent des Umsatzes kann für investive Zwecke verwendet werden. Außerdem führt die hohe Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen trotz niedrigem LBFW zu den vierthöchsten Krankenhauskosten je Einwohner.
Kliniken brauchen Luft zum Atmen
Bei derzeit niedriger Bettenauslastung und einer im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte hohen Zahl an Krankenhausstandorten ist in absehbarer Zeit mit einer Konsolidierung zu rechnen. Würde die relative Zahl der Krankenhäuser auf das Niveau Sachsens sinken, dem Bundesland mit der bundesweit besten wirtschaftlichen Lage und Krankenhausstruktur, erhielten die übrigen Krankenhäuser Luft zum Atmen und ihre wirtschaftliche Lage und Investitionsfähigkeit verbesserte sich. „Die Versorgungssicherheit wäre dabei nicht in Gefahr”, heißt es in der Studie und weiter: „Gleichzeitig könnte eine mögliche angebotsinduzierte Krankenhausinanspruchnahme in NRW sinken und den Beitragszahler entlasten, ohne die übrigen Krankenhäuser in ihrer Existenz zu gefährden. Grundlage: Untersuchung von insgesamt 760 Jahresabschlüssen von Krankenhäusern aus dem Jahr 2008.”


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