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VKD-Mitgliederbefragung 2017

Nur eine von zehn Kliniken kann ihre Zukunft aus eigener Kraft sichern

Die diesjährige Mitgliederbefragung des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) zeigt erneut einen unsicheren Blick in die Zukunft. Thematisiert wurde die finanzielle Lage der Kliniken, die Organisation der ambulanten Notfallversorgung sowie der Grad der Digitalisierung.

Krankenhausbetten

Fotolia (beerkoff)

Die VKD-Mitgliederversammlung zeigt vor allen Dingen eine unsichere Finanzlage auf.

38,9 Prozent der befragten Manager rechnen Ende dieses Jahres mit roten Zahlen in ihren Häusern. Das ist ein zentrales Ergebnis der VKD-Mitgliederbefragung 2017. Der Unterschied zwischen Allgemeinkrankenhäusern (46,3 %), Fachkrankenhäusern (26,7 %) und Universitätskliniken (40 %) ist dabei eklatant. Damit setze sich die positive Entwicklung aus dem Vorjahr nicht fort, konstatierte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hatte das Jahr 2016 den Eindruck vermittelt, die Finanzlage der Kliniken würde sich entspannen.

Aufgrund der jahrelangen Unterfinanzierung von Investitionen muss eine Klinik laut Expertenmeinung eine Umsatzrentabilität von mindestens vier Prozent erreichen, um sich aus eigener Kraft zu erhalten. Nach dieser Rechnung kann jedoch nur eines von zehn Krankenhäusern seine Zukunft selbstständig sichern. Besonders kleinere Krankenhäuser und Universitätskliniken sind von diesem Ziel weit entfernt.

Es braucht bessere politische Rahmenbedingungen

Der VKD appelliert mit Blick auf die Umfrageergebnisse an die Politik: „Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen können noch so ausgefeilte und intelligente Maßnahmen des Managements nicht zu akzeptablen Ergebnissen führen. Dies gilt sowohl für die Wirtschaftlichkeit, wie auch für die Qualität. Von daher fragen wir als Krankenhausmanager die Politik auf Bundes- und Landesebene: Was ist Ihr Plan für unsere Branche?“ so Dr. Josef Düllings.

Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung lag wegen der aktuellen Diskussion auf der ambulanten Notfallversorgung. Dabei wurde nach der generellen Notfallversorgung im jeweiligen Einzugsgebiet gefragt. Deutlich wurde hier: Im Einzugsgebiet von 18,5 Prozent der kleineren Kliniken unter 250 Betten ist keine Notfallambulanz der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) verfügbar. Das könnte, laut VKD, darauf hinweisen, dass die ambulante Notfallversorgung im Einzugsgebiet von kleineren Kliniken selbst übernommen werden muss und für eine zusätzliche Belastung dieser Häuser sorgt.

Digitalisierung soll als öffentliche Aufgabe verstanden werden

Auch in Sachen Digitalisierung machen die Umfrageergebnisse Defizite deutlich. So ist der Anteil der Kliniken, die vollständig auf den Einsatz digitaler Patientenakten umgestiegen sind, auf einem sehr niedrigen Niveau, wobei es auch hier große Unterschiede gibt. Während Psychiatrische Krankenhäuser (40 %) und Rehakliniken (21 %) bereits zum Teil vollständig digitalisiert sind, ist das bei Allgemeinkrankenhäusern (5 %), Fachkrankenhäusern (8 %) und Universitätskliniken (6 %) eher die Ausnahme. Der VKD wirbt daher dafür, den beschleunigten Aufbau der digitalen Infrastruktur der Krankenhäuser als eine öffentliche Aufgabe anzuerkennen. Die Ergebnisse der Umfrage würden zeigen, dass die Kliniken nicht in der Lage sind, dies finanziell alleine zu stemmen. 

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  • Gesundheits-Management

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