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Stationäre Versorgung

VKD fordert Lösung der Grundsatzprobleme

Das Krankenhaus von morgen muss digital, gut finanziert, flächendeckend verfügbar und sektorenübergreifend vernetzt sein, fordert VKD-Präsident Dr. Josef Düllings auf dem 40. Deutschen Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA 2017.

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Messe Düsseldorf/Constanze Tillmann

Dr. Josef Düllings (VKD-Präsident) auf dem 40. Krankenhaustag im Rahmen der MEDICA 2017.

„Wir werben für ein ‚Zukunftskonzept Deutsches Krankenhaus‘ und bringen dafür konkrete Vorschläge ein.“ So startete Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), mit diesem Aufschlag in die Debatten des 40. Deutschen Krankenhaustages. In der Eröffnungsveranstaltung mit Politikern und Verbandsvertretern sowie zahlreichen Teilnehmern aus Krankenhäusern und ausstellenden Unternehmen erläuterte er, wie sich das Krankenhausmanagement die Zukunft dieses Ankers der Gesundheitsversorgung vorstellt. Der 40. Deutsche Krankenhaustag im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf steht unter dem Generalthema „Krankenhäuser in einer neuen Zeit“.

In fünf Punkten hat der Managerverband seine Vorschläge zusammengefasst:

Digitalisierung der Krankenhäuser

Innerhalb der nächsten fünf Jahre muss die Digitalisierung aller Krankenhäuser erfolgen. Das wird nach Schätzungen zwei Milliarden Euro jährlich kosten. Dieses Geld wird aber dazu beitragen, viele der aktuellen Probleme zu lösen und ist auf jeden Fall unabdingbar zur Behebung des akuten Personalmangels sowie für die angestrebte Vernetzung der Gesundheitssektoren. Die flächendeckende Digitalisierung wird ein Kraftakt für die Branche werden, aber enormes Potenzial freisetzen.

Unterfinanzierung beenden

Die Unterfinanzierung der Krankenhäuser beträgt jährlich 3,7 Milliarden Euro. Benötigt werden 6,5 Milliarden, von den dafür zuständigen Ländern kommen nur 2,8 Milliarden Euro. Ein Zustand, der lange bekannt ist, von allen Beteiligten eingeräumt wird, aber unverändert fortbesteht. Hier muss Gesetzestreue einziehen.

Gleichzeitig müssen die Krankenkassen sich wieder – wie bis Anfang der 1990er Jahre – an den Instandhaltungsinvestitionen der Krankenhäuser beteiligen. Ein Zuschlag auf jede Fallpauschale von fünf Prozent würde dazu beitragen, ein angemessenes Investitionsniveau zu erreichen und Instandhaltungsstaus abzubauen.

Innovative Strukturkonzentration ermöglichen

Das Krankenhausmanagement ist offen für Strukturveränderungen in der Versorgungslandschaft. Es gibt hier bereits viele positive Ansätze. Einfach nur Krankenhauskapazitäten abzubauen, wie es Krankenkassen und manche Institute regelmäßig als Lösung sehen, ist keine innovative Idee und angesichts fehlender niedergelassener Ärzte in vielen ländlichen Regionen auch absolut kontraproduktiv. Hier übernehmen die Krankenhäuser ja bereits den Hauptteil der medizinischen Versorgung.

Ambulante Notfallversorgung

Mehr als 10 Millionen ambulante Notfallpatienten werden jährlich in den Notaufnahmen der Krankenhäuser versorgt. Sicher lässt sich manches ändern durch eine eher zentralisierte Organisation, in der Kliniken, Vertragsärzte und Rettungsdienste kooperieren. Dennoch werden nach Überzeugung des Krankenhausmanagements Patienten auch wegen der guten Infrastruktur das Krankenhaus bevorzugen. Wenn das so ist, sollte der Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung an die Krankenhäuser gehen.

Fachkräftemangel

Der VKD ist überzeugt, dass Digitalisierung und Modernisierung der Strukturen das Personal zumindest mittelfristig entlasten werden. Zwingend damit einhergehen muss eine erhebliche Reduzierung des hohen Anteils bürokratischer Aufgaben, damit Ärzte und Pflegende wieder mehr Zeit für die Versorgung der Patienten haben.

Schon lange von vielen Seiten gefordert wird eine Aufstockung der Studienplätze für Medizin. Worauf warten die Bundesländer? Es ist ihre Aufgabe. Der VKD fordert die Politik auf, sich zu einer tatsächlich zukunftssicheren Krankenhausversorgung zu bekennen. Die Probleme werden nicht in Trippelschritten gelöst.

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