Mit dem internetgestützten System namens Interdisziplinärer Versorgungsnachweis (Ivena) können Ärzte und Rettungsassistenten noch am Einsatzort feststellen, welches Krankenhaus am geeignetsten für einen bestimmten Patienten ist. Sollte etwa ein Patient mehrere Brüche haben, so könnte das neue System darüber Auskunft geben, ob ärztliche Spezialisten und Behandlungsgerät in der Klinik zur Verfügung stehen. Bisher hat der Rettungsdienst wegen fehlender Informationen oft viele Telefonate mit den Kliniken geführt. "Wir haben manchmal Notfälle bis zu einer Stunde auf der Straße stehen gehabt", sagt Jürgen Barchfeld, Sachgebietsleiter bei der Kasseler Berufsfeuerwehr.
Pilotphase im Frankfurter Raum erfolgreich abgeschlossen
Mithilfe von Ivena sollen Notfallpatienten künftig wesentlich schneller zur richtigen Klinik mit maßgeschneiderter medizinischer Versorgung gebracht werden. Möglich macht das ein ständig aktualisierter Datenaustausch zwischen der Kasseler Rettungsleitstelle und den Kliniken über verfügbare Behandlungskapazitäten. Das System wird momentan in der Rettungsleitstelle eingeführt. Irrfahrten eines Rettungswagens auf der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus sollen damit bald der Vergangenheit angehören.
Krankenhäuser waren zunächst skeptisch
Nach einem 2010 gestarteten, erfolgreichen Pilotprojekt im Frankfurter Raum werde Hessen als erstes Bundesland überhaupt das Informationssystem flächendeckend einführen, sagt Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). Kreis und Stadt koste das neue System keinen Euro, sagte der Minister. Die Krankenkassen trügen die Anschaffungskosten von 18.500 Euro und die monatlich anfallenden Entgelte von 750 Euro durch eine marginal erhöhte Rettungsdienstgebühr.
Neun Kliniken im Kasseler Raum machen mit
"Es war am Anfang allerdings nicht leicht, die Krankenhäuser zu überzeugen, etwas mehr Transparenz zu zeigen", sagte Grüttner. Bisher haben sich neun Kliniken, darunter das Klinikum Kassel, das Rot-Kreuz-Krankenhaus und fünf Häuser im Landkreis, dem System angeschlossen. Die Retter haben aber auch landesweit Zugriff auf weitere Kliniken


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