Ob sie keine Angst vor dem Riesen Helios hätten? "Die Frage, wer ein Riese ist, kann unterschiedlich interpretiert werden”, antwortet Klaus Deitmaring, Geschäftsführer des Malteser Krankenhauses St. Franziskus- Hospital Flensburg. "Unser Klinikverbund Flensburg stellt mit über 900 Betten den drittgrößten Klinikstandort in Schleswig-Holstein dar.” Andererseits muss sich auch das Helios-Klinikum nicht bedroht fühlen: Das Haus in Schleswig und der Klinikverbund haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen und ihr medizinisches Angebot aufeinander abgestimmt. So wird etwa das Klinikum Schleswig die Neurologische Rehabilitation ausbauen. "Das bedeutet zum Beispiel, dass Patienten aus Flensburg, die nach langem Aufenthalt auf einer Intensivstation von der Beatmung entwöhnt werden, auf unserer Weaning-Station in Schleswig versorgt werden”, sagt Florian Friedel, Geschäftsführer des Helios-Klinikums. Außerdem ist das Klinikum Schleswig beteiligt am Neurochirurgischen Zentrum, das federführend vom Diakonissenkrankenhaus Flensburg (Diako) betrieben wird.
Allerdings ist die Kooperation zwischen Helios und dem Klinikverbund nicht so eng wie zwischen der Diako und den Maltesern. Die beiden konfessionellen Häuser haben bereits 2006 nahezu alle Fachdisziplinen untereinander aufgeteilt. So ist etwa die Onkologie mit benachbarten Disziplinen wie der Tumorchirurgie und der Strahlentherapie am St. Franziskus-Hospital angesiedelt und die Kardiologie am Diako. "Diese Arbeitsaufteilung hat die medizinische Qualität verbessert und uns davor bewahrt, in die Verlustzone zu geraten”, sagt Klaus Deitmaring. Die beiden Schwerpunktversorger stoßen sogar in die Hochleistungsmedizin vor. Ein Beispiel ist die Station für Stammzelltherapie im St. Frankziskus-Hospital. Sie zieht Patienten aus dem gesamten nördlichen Schleswig-Holstein an, die zuvor nach Hamburg fahren mussten. Auch Labor, Apotheke, Radiologie und Pathologie gibt es heute nur noch an einem Standort. Die Arbeitsaufteilung geht so weit, dass ein Teil der Mitarbeiter ihren Arbeitgeber wechseln mussten. "Es gibt bei uns in Flensburg wirklich keine doppelten Versorgungsstrukturen und damit auch keinen Wettbewerb zwischen den beiden Flensburger Krankenhäusern mehr”, sagt Christian Peters, der Diako-Krankenhausdirektor. Das ist in der Kooperation zwischen dem Helios-Klinikum und dem Klinikverbund anders: Helios hat keinen Bereich aufgegeben. Das 360-Betten-Haus in Schleswig hält unverändert die bereits vorhandenen Disziplinen vor, kooperiert aber in vielen Bereichen mit der Diako und den Maltesern – etwa in der Onkologie und der Geburtsmedizin. So können Frauen in Schleswig noch immer entbinden, für Frühgeburten und Risikoschwangerschaften ist jedoch die Diako zuständig. Insider sprechen bereits von dem "kleinen gallischen Dorf an der dänischen Grenze”.


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