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Medizinische Versorgung im ländlichen Raum

Studie der Uni Bayreuth empfiehlt neuartige Gesundheitszentren

Um dem Risiko einer unzureichenden Gesundheitsversorgung auf dem Land frühzeitig vorzubeugen, haben Gesundheitsökonomen der Universität Bayreuth und der Oberender AG eine Strategie entwickelt, welche die Umwandlung ausgewählter Krankenhäuser in neuartige Gesundheitszentren vorsieht.

Kleine Krankenhäuser im ländlichen Raum stehen heute vor der Frage, wie sie in Zukunft die Erwartungen an eine hochwertige Versorgung der Patienten erfüllen und zugleich wirtschaftlich überleben können. Um dem Risiko einer unzureichenden Gesundheitsversorgung auf dem Land frühzeitig vorzubeugen, haben Gesundheitsökonomen der Universität Bayreuth und der Oberender AG eine Strategie entwickelt, welche die Umwandlung ausgewählter Krankenhäuser in neuartige Gesundheitszentren vorsieht. Ein vergleichsweise großes Potenzial sehen die Wissenschaftler hierfür im Freistaat Bayern. Die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Auftrag gegebene Studie wurde heute in Berlin vorgestellt.  

Die in der Studie vorgeschlagenen Intersektoralen Gesundheitszentren (IGZ), die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt, sollen im Kern eine allgemeinärztliche sowie eine internistische Grundversorgung nach fachärztlichen Standards gewährleisten. Entsprechend den jeweiligen regionalen Erfordernissen können sie um zusätzliche fachärztliche Bereiche und weitere Gesundheitseinrichtungen ergänzt werden. Des Weiteren sollen die Zentren – über die ambulante Grundversorgung hinaus – eine kleine Bettenabteilung für Patienten anbieten, die einer kurzzeitigen Überwachung bedürfen, bevor sie nach Hause entlassen werden.

IGZ wird Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum stärken

Im Unterschied zu traditionellen Krankenhäusern enthalten die IGZ im Basismodell aber keine Operationssäle und auch keine Intensivmedizin. Patienten aus dem ländlichen Raum, die medizinische Dienstleistungen in diesen Bereichen benötigen, sollen auch künftig gleich in die nächstgelegene geeignete Klinik überwiesen werden. Diese hat dann auch die notwendige Größe, um diese Leistungen in der entsprechenden Qualität anzubieten. Insgesamt, so die Studie, werden die IGZ die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum nachhaltig stärken können.  

„Hohe medizinische Qualität und wirtschaftliche Effizienz sind in den Intersektoralen Gesundheitszentren dadurch verknüpft, dass sie einerseits keine Hightech-Geräte-Medizin vorhalten, die sie kaum optimal einsetzen können und die auch nicht dem Bedarf der lokalen Bevölkerung entsprechen. Andererseits können sie die von der Bevölkerung nachgefragte Grundversorgung auf höchstem Niveau erbringen. Dabei stehen sie mit Kliniken sowie anderen niedergelassenen Ärzten und Pflegediensten im Umfeld der Patienten im engen Kontakt. Insofern fungieren die IGZ als wichtige Knotenpunkte in einem ausbalancierten Netzwerk von Gesundheitsleistungen im ländlichen Raum“, erklärt Prof. Dr. Andreas Schmid, Professor für Gesundheitsmanagement an der Universität Bayreuth. Er hat die Forschungsarbeiten, die an der heute vorgestellten Studie beteiligt waren, koordiniert.

Wachsender Anteil älterer Menschen im Blick

Die Bayreuther Gesundheitsökonomen haben ihre Strategie auf die demografischen und wirtschaftlichen Besonderheiten zugeschnitten, die die Entwicklung ländlicher Regionen in Deutschland künftig prägen. Sie haben dabei insbesondere den wachsenden Anteil älterer Menschen im Blick, die oftmals auf eine fachärztliche Versorgung – verbunden mit kurzzeitiger Überwachung und Pflege – außerhalb der eigenen Wohnung angewiesen sind. „Diesen Patienten bieten die IGZ alle erforderlichen Dienstleistungen im wohnortnahen Bereich und in einer überschaubaren Einrichtung. So werden stationäre Aufenthalte in großen Kliniken vermieden, die von Patienten und ihren Angehörigen häufig als belastend empfunden werden, keinen Zugewinn an Qualität bringen und nicht selten unnötige Kosten verursachen“, sagt Schmid.

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