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Tarifrunde für 24.000 BeschäftigteVerdi verlangt sechs Prozent mehr Gehalt von Helios

Die laufende Tarifrunde mit den Helios-Kliniken birgt Zündstoff: Verdi will "ein größeres Stück vom Kuchen" und verlangt neben sechs Prozent mehr Gehalt unter anderem eine Jahressonderzahlung von 100 Prozent.

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Fotolia (Kzenon)

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Verhandelt wird seit dem gestrigen Montag für insgesamt rund 24.000 Beschäftigte, die in den 36 Akutkliniken unter den Konzerntarifvertrag fallen. Verdi fordert außerdem die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit von 40 auf 38,5 Wochenstunden, eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro, 30 Tage Erholungsurlaub für die Auszubildenden sowie die Aufnahme von Verhandlungen über neue Eingruppierungsregeln analog zum öffentlichen Dienst der Kommunen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Zwei weitere Verhandlungsrunden sind Verdi zufolge für den 15. Februar sowie den 20. März 2017 angesetzt. Voraussichtlich bei dem zweiten Termin werde Helios das erste Angebot unterbreiten, teilte das Unternehmen mit. Bisher seien "immer faire beziehungsweise teils überdurchschnittlich gute Arbeits- und Vergütungsbedingungen verhandelt" worden, heißt es bei Helios. Auch in der laufenden Tarifrunde sei es das Ziel, "in ergebnisorientierten Verhandlungen möglichst zügig zu einem fairen Tarifabschluss zu gelangen, der auch den spezifischen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens Rechnung trägt".

 

"Auch die Belegschaft soll profitieren"

Die Beschäftigten hätten Anspruch auf eine deutliche Einkommenserhöhung und bessere Arbeitsbedingungen, betonen die Arbeitnehmervertreter. "Mit ihrer engagierten und verantwortungsvollen Arbeit haben die Beschäftigten dafür gesorgt, dass Helios im vergangenen Jahr fast eine halbe Milliarde Euro Gewinn gemacht hat", sagt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler: "Jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Belegschaft von ihrem Einsatz profitiert."

In der Gesundheitswirtschaft werde viel Geld verdient. Diejenigen, die nah am Patienten arbeiteten und für sie da seien, stünden jedoch am Ende der Entgeltskala, kritisierte Bühler: "Das ist nicht gerecht und muss sich ändern." Das hatten auch schon die Mitglieder der Tarifkommission im November vergangenen Jahres so gesehen. "Die Aktionäre langen kräftig zu und wir sollen uns mit Krümeln abfinden? Wir wollen ein größeres Stück vom Kuchen", hatten sie damals erklärt und nach langer Debatte und Auswertung der Diskussionen in den Kliniken mit großer Mehrheit ihre Forderungen beschlossen.

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